Demografischer Wandel bestimmt Potenzialwachstum und Zinsen
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Demografischer Wandel bestimmt Potenzialwachstum und Zinsen

Der demografische Wandel verändert die Rahmenbedingungen der Geldpolitik fundamental. Auf einer gemeinsamen Konferenz mit OECD und CEPR analysierte die Bank of Korea am 24. September 2026 die Folgen von Überalterung für Potenzialwachstum und Gleichgewichtszinsen.

Gleich­ge­wichts­zin­sen unter demografischem Druck

Die Alterung der Gesellschaft gehört zu den bedeutendsten langfristigen Herausforderungen für Zentralbanken.

Der demografische Übergang beeinflusst die Produktivität, das Potenzialwachstum sowie den langfristigen Gleichgewichtszins maßgeblich.

Südkorea fungiert dabei als weltweites Frühwarnsystem für ultra-niedrige Geburtenraten und rasanten Bevölkerungsrückgang.

Forscher wie Fumio Hayashi analysieren anhand von 30 Jahren japanischer Erfahrungen, wie Fehlentwicklungen vermieden werden können.

Gleichzeitig beleuchten Untersuchungen von Jisoo Hwang die strukturellen Ursachen hinter dem Geburtenrückgang, darunter der sogenannte Mutterschaftseffekt und der extreme Statuswettbewerb im Bildungssystem, die Staaten zu schnellen fiskalischen Anpassungen zwingen.

Technologie als unvollständiger Puffer

Technologischer Fortschritt und künstliche Intelligenz bieten Chancen, eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung abzufedern, stellen aber kein Allheilmittel dar.

Andrew Scott untersucht anhand von Daten aus sieben Jahrzehnten das Verhältnis zwischen sinkender Fertilität und der Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem.

Südkoreas führende Position bei Halbleitern und KI-Investitionen bietet zwar kurzfristig günstige Ausgangsbedingungen, ersetzt jedoch keine rechtzeitigen strukturellen Reformen.

Kein Schicksal, aber ein Weckruf

Notenbanken blicken endlich über Zinszyklen hinaus und adressieren die wahren Treiber des Gleichgewichtszinses.

Die Hoffnung, dass KI die demografische Lücke allein schließen kann, greift jedoch gefährlich zu kurz.

Ohne grundlegende Reformen am Arbeitsmarkt verpufft selbst ein massiver Technologieschub wirkungslos.

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