Irische Firmen zahlen eine Milliarde Euro für Zahlungsabwicklung
BIS Rede

Irische Firmen zahlen eine Milliarde Euro für Zah­lungs­ab­wick­lung

Die irische Zentralbank hat neue Daten zum Zahlungsverhalten vorgelegt: Irische Unternehmen zahlen jährlich mindestens eine Milliarde Euro für die Zahlungsabwicklung. Bei der Wahl von Zahlungsmitteln priorisieren Konsumenten Sicherheit vor Schnelligkeit und Kosten.

Eine Milliarde Euro und der Vorrang der Sicherheit

Die Zahlungsabwicklung kostet irische Händler jährlich mindestens eine Milliarde Euro, was rund 0,3 Prozent des Bruttonationaleinkommens entspricht.

Vor allem kleinere Betriebe tragen überproportional hohe Gebühren je Transaktion, die an die Verbraucherpreise weitergegeben werden.

Zugleich belegt eine neue Haushaltsbefragung der Central Bank of Ireland den Strukturwandel: Knapp die Hälfte der unter 35-Jährigen nutzt digitale Geldbörsen als primäre Bezahlmethode.

Drei von fünf irischen Erwachsenen führen Konten bei Neobanken parallel zur traditionellen Filialbank.

Für Verbraucher zählen bei der Wahl der Zahlungsmittel vorrangig Sicherheit, Verlässlichkeit und Betrugsschutz – Bequemlichkeit rangiert dahinter.

Zweistufiges Geldsystem unter Di­gi­ta­li­sie­rungs­druck

Die Zentralbank pocht darauf, die zweistufige Architektur des Geldsystems zu wahren: Öffentliches Zentralbankgeld muss als risikofreier Wertanker dienen, auf dem private Zahlungsdienstleister aufbauen.

Um die europäische Infrastruktur zukunftsfähig aufzustellen, treibt das Eurosystem Projekte wie Pontes und Appia zur DLT-Abwicklung voran und forciert die Einführung des digitalen Euro.

Notenbanken wollen damit einer Fragmentierung durch inkompatible proprietäre Standards im Markt entgegenwirken.

Technik ersetzt kein Grundvertrauen

Die Daten widerlegen die Annahme, bloße Bequemlichkeit reiche für den Markterfolg neuer Bezahlmodelle aus.

Solange Verbraucher vor allem Sicherheit fordern und Neobanken skeptisch sehen, genügt reibungslose Technik nicht.

Zentralbanken verteidigen zu Recht ihren Ankerstatus gegen eine drohende Fragmentierung des Geldsystems.

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