Makhlouf fordert echte Substanz bei Fonds-Auslagerungen
Irlands Zentralbankgouverneur Gabriel Makhlouf hat am 1. Oktober in Dublin vor Risiken durch IT-Drittanbieter und Schein-Delegation im 5,6 Billionen Euro schweren Fondssektor gewarnt. Für Anfang kommenden Jahres kündigte er eine Konsultation zur Fonds-Governance an.
Konzentrationsrisiken bei Cloudanbietern
Irland verwaltet als zweitgrößter Fondsstandort Europas und globaler Top-Drei-Akteur ein Anlagevermögen von 5,6 Billionen Euro.
„Kapital folgt der wirtschaftlichen Aktivität“, betonte Zentralbankgouverneur Gabriel Makhlouf bei der Konferenz von Irish Funds und warnte vor Bequemlichkeit.
Zwar überstand der Sektor vergangene Liquiditätsschocks, doch die Konzentration auf wenige IT-Dienstleister birgt Gefahren.
Bei Ausfall eines zentralen Cloudanbieters drohen systemweite Störungen.
Makhlouf forderte getestete Ausstiegsstrategien und eine echte Resilienzkultur.
Bislang halten europäische Haushalte nur rund ein Fünftel ihres Vermögens in Finanzanlagen.
Verpflichtung zu echter Substanz
Das europäische Delegationsmodell bleibe laut Makhlouf zentral für globale Fonds, verlange jedoch echte Präsenz vor Ort.
Führungskräfte müssen ausgelagerte Aufgaben fachlich prüfen und Entscheidungen bei Bedarf überstimmen können.
Die Central Bank of Ireland kündigte hierzu für Anfang 2027 Konsultationen zur Governance von Fondsgesellschaften an.
Gleichzeitig bindet das Eurosystem DLT-Plattformen an Transaktionen in Zentralbankgeld an, um Tokenisierungen regulatorisch abzusichern.
Schluss mit reinen Briefkästen
Makhloufs Vorstoß zielt direkt auf die gängige Praxis massiver Auslagerungen im irischen Fondssektor.
Die angekündigte Regulierung setzt der bequemen Delegation ohne echte Vor-Ort-Kontrolle ein klares Limit.
Für die Fondsverwalter in Dublin bedeutet das zwingend höhere Kosten für eigene Führungskräfte und Aufsichtsstrukturen.