Kganyago warnt vor Kaskadenkrisen der Weltwirtschaft
Südafrikas Notenbankchef Lesetja Kganyago warnt vor einer Häufung unberechenbarer Risiken für die Weltwirtschaft. Am 28. September skizzierte er in Pretoria fünf globale Gefahrenherde, darunter Klimawandel, Rekordverschuldung und die fiskalische Dominanz über die Geldpolitik.
Dämme gegen das Undenkbare
Lesetja Kganyago zog eine Parallele zwischen Naturkatastrophen und der Weltwirtschaft: Eine Schutt- und Flutwelle nach einem Gletscherabbruch in Nepal am 26. August, die über 70 Kilometer hinweg Tausende Menschen tötete, diene als Warnung.
Wasserkraftdämme waren dort für Jahrhundertfluten ausgelegt, doch die tatsächlichen Pegel lagen zwanzigmal über den bisherigen Messwerten.
„Es war buchstäblich eine Krisenkaskade“, sagte der Notenbankgouverneur in Pretoria.
Aus diesem Bild leitete er fünf zentrale Problemfelder ab: den Klimawandel, globale Ungleichgewichte, technologische Umbrüche durch Künstliche Intelligenz, die Schuldenlast sowie die fiskalische Dominanz über die Geldpolitik.
Wenn bewährte Schutzkonzepte versagen
Der Klimawandel bildet für Kganyago das greifbarste Bindeglied zu den neuen Risiken.
Der vergangene August war der weltweit geteilt heißeste Monat seit Beginn der Messungen, begleitet von einem sich verstärkenden El-Niño-Muster im Pazifik.
Für derartige Ausschläge existieren in den bisherigen Aufzeichnungen keine Vergleichswerte.
Wenn Umwelt- und Rahmenbedingungen kippen, greifen bisherige Schutzvorkehrungen nicht mehr.
Räume und Modelle, die lange als verlässlich galten, verlieren ihre Schutzwirkung.
Lineare Modelle greifen ins Leere
Kganyagos Metapher trifft den wunden Punkt moderner Makroökonomie.
Zentralbanken, die neue Extremszenarien mit überholten Risikomodellen steuern wollen, bauen Dämme für ein längst vergangenes Klima.
Vor allem das Zusammenspiel aus Schuldenbergen und Klimakrise macht lineare Politikpfade unbrauchbar.
Quelle: Policy challenges of the new global disorder
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