US-Rezession 1937–1938 fällt mit 7,07 Prozent milder aus
BIS Studie

US-Rezession 1937–1938 fällt mit 7,07 Prozent milder aus

Raphael Auer rekonstruiert das US-Quartals-BIP für 1919–1946 und ermittelt für 1937–1938 einen Rückgang von 7,07 Prozent. Die Vergleichsreihen von Balke und Gordon sowie Ramey und Zubairy ergeben bei gleichen Jahreswerten 10,50 beziehungsweise 10,62 Prozent.

In­dus­trie­pro­duk­ti­on schlägt größere Datenpanels

Im Forschungspapier 1390 der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vergleicht Raphael Auer 58 Rekonstruktionsvarianten.

Amtliche US-Quartalsdaten beginnen erst 1947.

Der Test verdeckt Quartale zwischen 1947 und 1963, behält Jahres-BIP und Indikatoren bei und bewertet 64 Wachstumsänderungen.

Eine Regression mit logarithmierter Industrieproduktion, konstantem Zusammenhang, Litterman-Residuen und Denton-Verteilung erzielt den niedrigsten mittleren quadratischen Prognosefehler: 0,5633 Prozentpunkte.

Größere Indikatorpanels, Ausgabendetails und flexiblere Beziehungen verbessern das Ergebnis nicht.

Die bevorzugte Reihe ergibt für 1929–1933 einen Rückgang von 31,14 Prozent und für die Demobilisierung 1944–1946 von 15,86 Prozent; Letzterer endet an der Stichprobengrenze.

Gleiche Jahreswerte, andere Quartalsverläufe

Die mittlere Hälfte der 58 Varianten ergibt für 1929–1933 Rückgänge von 30,9–31,6 Prozent, für 1937–1938 von 6,6–7,8 Prozent.

Diese Spannen sind keine Konfidenzintervalle.

Aus 10.000 Koeffizientenziehungen folgt für 1937–1938 ein bedingtes 99-Prozent-Intervall von 6,34–7,96 Prozent; alternative Schätzannahmen ergeben 7,07–7,58 Prozent.

Die bevorzugte Reihe erfasst alle sechs NBER-Rezessionen, datiert die erste aber auf das dritte Quartal 1919 bis zum ersten Quartal 1921 statt auf das erste Quartal 1920 bis zum dritten Quartal 1921.

Präzision ist keine Gewissheit

Auer trennt Koeffizientenpräzision von Unsicherheit über den fehlenden BIP-Verlauf.

Die geringere rekonstruierte Volatilität belegt laut Studie keine größere wirtschaftliche Stabilität, denn die Verfahren glätten auch bekannte Daten.

Unsicherheit in Jahreswerten und Quellenrevisionen bleibt ausgeklammert.

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