Bullock betont menschliches Urteil trotz KI-Fortschritten
Michele Bullock, Gouverneurin der Reserve Bank of Australia (RBA), betonte am 23. Oktober 2026 an der Universität Neuengland in Armidale den Wert menschlicher Urteilskraft und vielfältiger Perspektiven für die Zentralbankarbeit.
Geldpolitik beginnt bei den Menschen
Der parlamentarische Auftrag, Wohlstand und Wohlergehen der australischen Bevölkerung zu fördern, leite jede Entscheidung der RBA, erklärte Bullock bei der Abschlussfeier.
Inflationszahlen, Beschäftigung, Zinsentscheidungen und Prognosen seien Mittel für diesen Zweck.
Unterschiedliche Berufswege im geldpolitischen Rat ermöglichten bessere Fragen, fundiertere Debatten und bessere Entscheidungen.
Über ihr Kontaktprogramm höre die RBA Unternehmen und Gemeinschaften aus verschiedenen Regionen an.
Bullock verwies auf ihren Besuch bei einer nationalen Schuldnerberatung: Gespräche mit Beratenden und das Mithören von Anrufen hätten wirtschaftliche Lebenslagen sichtbar gemacht, die aggregierte Daten nicht abbildeten.
Vom Schreibdienst zur künstlichen Intelligenz
Bullock trat 1985 nach einem achtwöchigen Praktikumsprogramm und dem anschließenden Vertiefungsjahr als Ökonomin in die RBA ein.
Damals beschäftigte die Bank einen großen zentralen Schreibdienst, dessen Aufgaben binnen weniger Jahre entfielen.
Zugleich entstanden neue Tätigkeiten und Anforderungen.
Heute veränderten digitale Werkzeuge, Automatisierung und künstliche Intelligenz die Arbeit.
Die Folgen für Beschäftigung und Produktivität seien noch offen.
Urteilskraft, Integrität, Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit blieben aus Bullocks Sicht unverzichtbar.
Technik ersetzt kein Urteil
Bullock beschreibt Zentralbankarbeit als Dienst an der Bevölkerung, nicht als reine Zahlenverarbeitung.
Regionale Erfahrungen ergänzen dabei den Blick auf gesamtwirtschaftliche Daten.
Technischen Wandel verbindet sie mit dem Bedarf an menschlicher Urteilskraft und Lernfähigkeit.
Quelle: Purpose, perspective and possibility
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