Inflationsprognose für 2026 auf 28 Prozent angehoben
Die türkische Zentralbank hat ihre Inflationsprognose für das Jahresende 2026 um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent angehoben. Grund dafür sind anhaltende angebotsseitige Schocks bei Energie und Lebensmitteln infolge geopolitischer Spannungen.
Angebotsdruck treibt Teuerungsprognose
Die Teuerungsprognose für das Jahresende 2026 steigt um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent, während für Ende 2027 ein Rückgang auf 15 Prozent und für 2028 auf 9 Prozent projiziert wird.
Im Juli 2026 lag die jährliche Verbraucherpreisinflation bei 31,8 Prozent, während die Kerninflation im C-Index knapp unter 30 Prozent notierte.
Die Kerngüterinflation verharrte bei 17 Prozent.
Haupttreiber der Aufwärtsrevision sind gestiegene Diesel-Raffineriemargen, Erdgaspreise und höhere Lebensmittelannahmen.
Um den Preisdruck einzudämmen, belässt die Notenbank den Leitzins nach einer Senkung um 100 Basispunkte im Januar bei 37 Prozent.
Über gezielte Liquiditätsabschöpfung verharren die Geldmarktzinsen nahe der 40-Prozent-Marke.
Lira-Einlagen und Währungsreserven legen zu
Flankierende Regulierungen dämpfen das Kreditwachstum spürbar von 34,6 Prozent Ende Februar auf rund 25 Prozent.
Gleichzeitig kletterte der Anteil der Einlagen in türkischer Lira im zweiten Quartal auf 62 Prozent.
Die Währungsreserven verzeichnen einen deutlichen Zuwachs: Die Bruttoreserven stiegen zwischen dem 27. März und dem 12. August 2026 um 30 Milliarden Dollar auf 185 Milliarden Dollar.
Die Nettoreserven ohne Berücksichtigung von Swaps verbesserten sich im selben Zeitraum um 35 Milliarden Dollar auf 56 Milliarden Dollar.
Disziplin gegen externe Schocks
Die Revision der Jahresendprognose zeigt einen realistischen Blick auf unkontrollierbare geopolitische Schocks.
Trotz gestärkter Reserven und stabiler Lira-Einlagen bleibt die Trägheit im Dienstleistungssektor ein erhebliches Risiko.
Das Fünf-Prozent-Ziel rückt damit in noch weitere Ferne.