Nagel fordert engere Asien-Beziehungen und mehr Wettbewerbsfähigkeit
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Nagel fordert engere Asien-Beziehungen und mehr Wett­be­werbs­fä­hig­keit

Joachim Nagel fordert offene, regelbasierte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Asien sowie mehr europäische Wettbewerbsfähigkeit. Der Bundesbankpräsident sprach am 17. Oktober 2026 beim Mittagsempfang der DZ Bank in Bangkok.

China verlangt einen anderen Kurs

Nagel beruft sich auf Adam Smith und David Ricardo: Spezialisierung und Handel schaffen Wohlstand, sofern alle faire Regeln akzeptieren.

Europas Beziehungen zu Asien verlangen unterschiedliche Ansätze.

Seit 2019 stagnieren EU-Exporte nach China weitgehend, während die Importe stark zunahmen.

China ist Absatzmarkt, industrieller Wettbewerber und Quelle kritischer Importabhängigkeiten.

Exporte nach Südkorea, Indien und in die ASEAN wuchsen kräftig, nach Japan moderater; Importe stiegen meist stärker.

Mit Japan, Südkorea, Singapur und Vietnam vertiefte die EU bereits regelbasierte Handelsbeziehungen.

Nagel begrüßt das EU-Indien-Handelsabkommen von 2026 und die Abkommen mit Indonesien von 2025.

Gegenüber China fordert er mehr Resilienz und Diversifizierung.

Halbleiter verbinden die Pro­duk­ti­ons­stand­orte

Im Cluster Silicon Saxony baut ESMC mit dem taiwanischen Partner TSMC Halbleiterkapazitäten in Dresden auf.

Infineon eröffnete zwei Wochen vor der Rede ein Werk nahe Bangkok.

Airbus verbindet in Indien europäische Technologie mit lokaler Entwicklung, Zulieferung und Fertigung.

Gezielte Staatshilfen rechtfertigt Nagel mit Resilienz oder Übertragungseffekten.

Unter Verweis auf EZB-Präsidentin Christine Lagarde nennt er ASMLs Lithografietechnik als unverzichtbares Glied globaler Wertschöpfungsketten.

ASML und TSMC kooperieren seit Jahren.

Offenheit braucht eigene Stärke

Nagel verbindet offene Märkte mit europäischer Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität.

Er fordert bessere Infrastruktur, verlässliche und bezahlbare erneuerbare Energie sowie Rechenkapazitäten und Datenzentren für KI.

Die Spar- und Investitionsunion soll die Finanzierung verbessern und Start-ups mehr europäisches Wagniskapital erschließen.

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