Anleihekäufe: Liquiditätshilfe wirkt anders als Zinssteuerung
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Anleihekäufe: Liquiditätshilfe wirkt anders als Zinssteuerung

Operationell ähnliche Zentralbank-Anleihekäufe haben unterschiedliche Effekte. Eine neue Studie zeigt: Liquiditätshilfen verbessern die Marktliquidität, während akkommodierende Käufe die Renditen beeinflussen.

Zwei Arten von Anleihekäufen, zwei Wirkungen

Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of Kansas City zeigt, dass Zentralbank-Anleihekäufe (LSAPs) je nach ihrem Zweck – Marktfunktionsverbesserung oder geldpolitische Akkommodierung – deutlich unterschiedliche Effekte haben.

Während Käufe zur Akkommodierung die Renditen stark beeinflussen, verbessern Käufe zur Marktfunktionsverbesserung primär die Liquidität.

Die Forscher nutzten sicherheitsspezifische Daten der Federal Reserve zu durationsbereinigten Beständen und eine ereignisbasierte Identifizierung, um diese Effekte nachzuweisen.

Sie stellten fest, dass akkommodierende LSAP-Schocks zu großen Rückgängen der Treasury-Renditen führten, aber kaum Auswirkungen auf die Marktliquidität hatten.

Im Gegensatz dazu führten Marktfunktions-LSAP-Schocks zu signifikanten Verbesserungen der Marktliquiditätsmetriken, hatten aber minimale Auswirkungen auf die Renditen.

Dies stellt eine Herausforderung für bestehende Theorien dar, die LSAPs primär als renditesenkendes Instrument sehen.

Händler-Inventare als Dreh- und Angelpunkt

Das Papier entwickelt ein partielles Gleichgewichtsmodell eines intermedierten Anleihemarktes, das die empirischen Befunde erklärt.

Es integriert die Rolle von Market Makern (Primärhändlern) und unterscheidet zwischen geordnetem und ungeordnetem Handelsfluss.

Bei geordnetem Fluss wirken LSAPs über das erwartete Angebot an Duration und beeinflussen die Renditen.

Bei ungeordnetem Fluss, wenn Händler-Inventare akkumulieren, reduzieren LSAPs diese Bestände, verbessern die Liquidität und komprimieren die Geld-Brief-Spannen, ohne die Renditen zu beeinflussen.

Die Bilanzsituation der Intermediäre ist entscheidend für die Transmissionsmechanismen von LSAPs.

Präzision statt Pauschalität

Diese Studie verfeinert unser Verständnis von Zentralbank-Anleihekäufen fundamental.

Sie geht über eine pauschale Betrachtung hinaus und bietet eine entscheidende Unterscheidung für das zukünftige Design geldpolitischer Instrumente.

Die Erkenntnisse sind für die Feinabstimmung von Liquiditätshilfen und Zinssteuerungsmaßnahmen von hoher Relevanz.