KI-Agenten bedrohen Finanzstabilität im Rekordtempo
Bank-of-England-Vize Sarah Breeden warnt auf dem EZB-Forum in Sintra vor den beschleunigten Risiken durch agentische KI im Finanzsystem. Cyberangriffe, autonomer Handel und automatisierte Zahlungen erfordern eine schnellere Anpassung der Zentralbanken und globale Kooperation.
Sprunghafte Dynamik bei Cyber-Risiken
Die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz verdoppeln sich in immer kürzeren Abständen: Lagen die Intervalle 2019 noch bei sieben Monaten, schrumpften sie 2024 auf vier Monate.
Mit dem Aufkommen agentischer KI führen Systeme nun eigenständig komplexe Handlungsabfolgen aus.
Breeden sieht die unmittelbarste Gefahr für die Finanzstabilität in der sprunghaften Entwicklung von KI-Cyberfähigkeiten.
Cyber-Sicherheitsbehörden betonen, dass der Zeitrahmen für Abwehrmaßnahmen nicht mehr Jahre, sondern Monate beträgt.
Open-Source-Modelle hinken den führenden geschlossenen Systemen nur vier bis acht Monate hinterher.
Notenbanken müssen daher die operative Resilienz des gesamten Finanzsystems stärken.
Marktturbulenzen durch Herdentrieb
Im Finanzmarkt drohen KI-Agenten die Marktvolatilität in Stressphasen zu verstärken, wenn sie ähnlich auf Auslöser reagieren oder ihre Ziele fehlausgerichtet sind.
Die Bank of England erprobt gemeinsam mit dem BIZ Innovation Hub und der Bundesbank Simulationen, um Herdenverhalten zu analysieren und Schutzmechanismen wie automatische Handelsstopps zu prüfen.
Auch im Zahlungsverkehr übernehmen Agenten zunehmend finale Transaktionen.
Das erfordert neue Regulierungskonzepte für Einwilligung, Haftung und Systemarchitekturen.
Regulierung ohne Schrittmacher
Breedens Rede legt die erhebliche Überforderung klassischer Regulierungsansätze offen.
Zentralbanken hinken dem Entwicklungstempo autonomer Systeme hinterher und müssen ihre Aufsichtstools dringend aufrüsten.
Das Festhalten an menschlichen Kontrollschleifen ist in einer hochgradig automatisierten Finanzwelt bereits Wunschdenken.
Quelle: Sarah Breeden: Agents of change
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