Raposo fordert Kapital für glaubwürdigen Unternehmensumbau
Clara Raposo, Vizegouverneurin der portugiesischen Zentralbank, fordert einen stärkeren Fokus nachhaltiger Finanzierungen auf produktive Investitionen. Statt Labels und Zusagen sollen glaubwürdige Unternehmensumbauten und Resilienz im Zentrum stehen.
Produktwachstum reicht nicht aus
Nachhaltige Finanzprodukte haben nach Einschätzung von Clara Raposo erheblich, aber ungleichmäßig zugelegt.
In einigen Märkten hat sich die Expansion verlangsamt.
Das Wachstum dieser Produkte hat sich zudem noch nicht vollständig in produktive Investitionen im erforderlichen Umfang übersetzt.
Bei der CESG-Konferenz 2026 in Lissabon plädierte die Vizegouverneurin der portugiesischen Zentralbank deshalb für Realismus und eine Weiterentwicklung nachhaltiger Finanzierungen.
Ein reiferes Modell müsse den übermäßigen Fokus auf Labels und Zusagen überwinden.
Stattdessen solle es glaubwürdige Veränderungen von Unternehmen finanzieren, deren Widerstandsfähigkeit stärken und langfristigen Wohlstand unterstützen.
Mehr Umbau, begrenzte Mittel
Raposo verweist auf zunehmende geopolitische Fragmentierung und begrenzte fiskalische Spielräume.
Sicherheit und Resilienz seien zu zentralen wirtschaftlichen Anliegen geworden; Energiekosten und industrielle Wettbewerbsfähigkeit rückten in den Vordergrund.
Zugleich müssten die Volkswirtschaften Dekarbonisierung, Verteidigung, Digitalisierung, demografische Anpassung und Infrastruktur finanzieren.
Dem erheblichen Investitionsbedarf stünden große Hindernisse und konkurrierende Ansprüche auf Finanzierung gegenüber.
Finanzierung statt bloßer Labels
Raposo setzt den Maßstab bei der finanzierten Transformation, nicht beim Wachstum nachhaltiger Produkte.
Ihr Fokus liegt auf produktiven Investitionen und widerstandsfähigen Unternehmen.
Zugleich verweist sie auf die Konkurrenz mehrerer Umbauaufgaben um begrenzte Mittel.