Al-Sayari fordert gezielte IWF-Hilfe gegen Krisendruck
Ayman Al-Sayari, Gouverneur der saudischen Zentralbank, fordert im Internationalen Währungs- und Finanzausschuss in Bangkok gezielte Krisenhilfe. Der Nahostkonflikt belastet Energieversorgung, Inflation und Finanzierung zunehmend.
Energieschock trifft auf schwindende Puffer
Der Nahostkonflikt belastet laut Al-Sayari inzwischen auch Treibstoffe, Dünger, Handel und Vertrauen.
Umgeleitete Lieferungen und Lagerabbau federn die Folgen ab, verringern aber Reserven.
Hohe Staatsanleiherenditen, Refinanzierungskosten und Kapitalbewegungen belasten Schwellen- und Entwicklungsländer.
Verschuldung und Liquiditätsrisiken bei Nichtbanken, konzentrierte KI-Bewertungen und Stablecoins verstärken Verwundbarkeiten.
Die Geldpolitik müsse temporäre Angebotsschocks von breitem Preisdruck unterscheiden; die Finanzpolitik Schuldenrisiken senken und gezielt Bedürftige stützen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) solle Überwachung, Finanzierung und Kapazitätsaufbau verzahnen sowie Programme und Auflagen an Länderumstände anpassen.
279 Millionen Dollar für Kapazitätsaufbau
Saudi-Arabien bekräftigt seine Zusage über 279 Mio. Dollar für den IWF-Kapazitätsaufbau und verweist auf dessen Regionalbüro in Riad.
Al-Sayari begrüßt die einjährige Verlängerung des Ausschussvorsitzes und fordert auf Basis der Diriyah-Leitprinzipien Fortschritte bei der IWF-Governancereform.
Saudi-Arabiens Banken seien kapitalstark, liquide und laut Stresstests belastbar.
Diversifizierte Energie- und Logistiknetze stützten Lieferungen.
Zum zehnten Jahrestag der Vision 2030 bekräftigt er Diversifizierung und fiskalische Tragfähigkeit.
Resilienz braucht verfügbare Reserven
Al-Sayari betont die Grenzen bisheriger Widerstandskraft: Lagerabbau und schwindende Puffer begrenzen weitere Krisenreaktionen.
Besonders belastet seien arme und fragile Staaten bei sinkender Entwicklungshilfe.
Seine Forderung an den IWF verbindet deshalb gezielte Unterstützung mit länderspezifischen Auflagen.