Bargeldumlauf in Indien steigt auf 176 Milliarden Banknoten
Trotz digitaler Zahlungswelle wächst der Bargeldumlauf in Indien auf 176 Milliarden Noten. Die Reserve Bank of India steuert die Logistik für 1,42 Milliarden Bürger über ein Netzwerk aus 19 Regionalbüros und Currency Chests.
Logistik für 1,42 Milliarden Menschen
Die Reserve Bank of India (RBI) bewältigt eine der größten logistischen Operationen der Welt: In Indien befinden sich derzeit 176 Milliarden Banknoten im Umlauf – deutlich mehr als die 56 Milliarden US-Dollar-Scheine und 30 Milliarden Euro-Banknoten Ende des Vorjahres.
Jährlich produziert die Zentralbank über eigene Papier- und Druckwerke 28 bis 30 Milliarden Banknoten in sechs Stückelungen und vernichtet rund 21 Milliarden unbrauchbare Scheine.
Die Versorgung erstreckt sich über ein Territorium von 3,28 Millionen Quadratkilometern für 1,42 Milliarden Menschen.
Ziel der 1999 eingeführten „Clean Note Policy“ ist es, der Bevölkerung flächendeckend saubere und fälschungssichere Noten bereitzustellen.
Das Rückgrat der Währungstruhen
Die Verteilung stützt sich auf 19 Regionalbüros sowie ein Netz aus sogenannten Currency Chests bei Partnerbanken, deren Bestände Eigentum der RBI bleiben.
Über 250.000 Geldautomaten und Millionen von Business Correspondents sichern die Auszahlung vor Ort.
Dieses System bewährte sich sowohl bei der Demonetisierung 2016 als auch beim Einzug der 2000-Rupien-Banknote im Jahr 2023 als zentrale Sammel- und Umtauschplattform.
Digitalboom bricht Bargeldmacht nicht
Das zweistellige Wachstum des Bargeldumlaufs trotz boomender Digitalzahlungen offenbart die Grenzen reiner Fintech-Euphorie in Schwellenländern.
Für Zentralbanken bleibt physisches Geld das unverzichtbare Fundament monetärer Souveränität und Inklusion.
Der logistische Aufwand zeigt, dass bargeldlose Utopien an der Realität scheitern.