Tshazibana warnt vor finanziellen Folgen durch Klimaschocks
Zentralbanken müssen Natur- und Klimarisiken direkt in ihr Risikomanagement integrieren. Fundi Tshazibana, Vizegouverneurin der südafrikanischen Notenbank, betonte am 30. September in Johannesburg, bloße ESG-Etiketten reichten nicht aus, um Stabilitätsrisiken abzufedern.
Wasserstress und Kreditausfälle
Extreme Wetterereignisse treffen Finanzsysteme unmittelbar.
In KwaZulu-Natal führten Überschwemmungen 2022 zu einem Rückgang der Industrieproduktion um 6 Prozent sowie Schäden von 1,8 Prozent des BIP von Durban.
In Sambia traf eine Dürre den Bergbau, der für 12 Prozent des BIP und über 50 Prozent der Exporte steht.
Wassermangel erzwang Stromabschaltungen von bis zu 21 Stunden täglich.
Nahrungsmittel machen 54 Prozent des Warenkorbs aus, was die Teuerung antrieb.
Die Bank of Zambia reagierte mit einer Notfazilität über 5 Milliarden Kwacha.
„Länderspezifische Verwundbarkeiten können einen Klimaschock in ein Finanzstabilitätsereignis verwandeln“, warnte Tshazibana vor Kaskadeneffekten.
Fünfjahrespläne gegen Datenlücken
Die SARB reagiert mit einer Anpassung ihrer Aufsichtspraxis.
Bei ihrem ersten Klimastresstest im Jahr 2025 bezog die Notenbank gezielt Kredite an Privatkunden ein, um afrikanische Besonderheiten abzubilden.
Gemeinsam mit dem NGFS setzt die Notenbank auf Fünf-Jahres-Szenarien statt rein langfristiger Pfade.
Der Handlungsdruck ist hoch: Südafrika erhält weniger als die Hälfte der benötigten Klimafinanzierung, Gesamtafrika lediglich 23 Prozent.
Die Aufsicht baut nun ein Klima-Dashboard auf, um Datenlücken bei physischen Risiken und Transformationsrisiken systematisch zu schließen.
Schluss mit grüner Kosmetik
Tshazibanas Vorstoß beendet die Illusion harmloser ESG-Etiketten.
Indem die Notenbank Wassermangel direkt mit Bilanzen verknüpft, macht sie Klimarisiken zur harten Aufsichtspflicht.
Ohne verbindliche Kapitalaufschläge bleibt die geforderte Resilienz jedoch zahnlos.