Hernández de Cos wägt Nutzen und Kosten hoher Bankreserven ab
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Hernández de Cos wägt Nutzen und Kosten hoher Bankreserven ab

Pablo Hernández de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), erläutert Zielkonflikte großer Zentralbankbilanzen. Hohe Reserven erleichtern die Zinssteuerung, können aber den Interbankenhandel schwächen und Liquiditätsabhängigkeiten fördern.

Mehr Reserven, weniger Interbankenhandel

Auf der Geldmarktkonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt unterscheidet Hernández de Cos knappe, reichliche und überreichliche Reserven sowie gestaffelte Vergütungssysteme.

Alle erlauben eine wirksame Zinssteuerung.

Hohe Reserven halten Geldmarktzinsen enger am Leitzins und erleichtern zusätzliche Liquiditätshilfen.

Knappe Reserven fördern dagegen den Interbankenhandel; Zinsabweichungen betragen meist nur wenige Basispunkte.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhält Handelsanreize durch gestaffelte Vergütung trotz hoher Reserven.

In Schweden handeln seit dem Übergang zu hohen Reserven 2020 rund 50 Prozent der Zentralbank-Geschäftspartner in keinem Geldmarktsegment.

Im Euroraum schrumpft die Zentralbankbilanz seit 2022.

Liquiditätspuffer verändern das Bankverhalten

Hohe Reserven federn Liquiditätsschocks ab und verringern den Bedarf, Wertpapiere zu verkaufen oder Zentralbankkredite aufzunehmen.

Zugleich können Banken ihre Abhängigkeit von Liquidität erhöhen, etwa durch mehr unversicherte Einlagen und Kreditzusagen.

Die Liquiditätsdeckungsquote verlangt nicht zwingend Reserven; andere hochwertige liquide Aktiva sind ebenfalls zulässig.

Deren Verwertung braucht jedoch Zeit.

Stigma und fehlende Einsatzbereitschaft erschweren Zentralbankkredite, wie die Krise der Silicon Valley Bank 2023 zeigte.

Fragmentierung erhöht zudem die Vorsorgenachfrage.

Kein einheitliches Reservenoptimum

Hernández de Cos sieht keinen für alle Länder passenden Reserveumfang.

Offen bleibt, ob sich die durch hohe Reserven entstandenen Verhaltensänderungen beim Bilanzabbau zurückbilden.

Die jüngsten Erfahrungen, auch im Euroraum, zeigen ihm zufolge dennoch, dass ein geordneter Bilanzabbau möglich ist.

Quelle: The central bank balance sheet

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