Frait warnt vor Deregulierung der Banken und Schuldenillusionen
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Frait warnt vor Deregulierung der Banken und Schul­de­nil­lu­si­o­nen

Zum 100. Jubiläum der Tschechischen Nationalbank in Prag hat Vizegouverneur Jan Frait vor Forderungen nach einer Aufweichung der Bankenaufsicht gewarnt. Zudem kritisierte er den geldpolitischen Herdentrieb sowie die wachsende Staatsverschuldung in den Industriestaaten.

Gegen Aufweichung der Bankenaufsicht und Herdentrieb

Frait analysierte die Instabilitäten des Währungssystems nach dem Ende von Bretton Woods.

Geldpolitische Zinsentscheidungen würden durch Rückkopplungsschleifen zwischen Notenbanken, Märkten und Wissenschaftlern verzerrt.

Gleichzeitig warnte er vor Bestrebungen in Europa, Bankenregeln aufzuweichen, um gebundenes Kapital freizusetzen.

„Die Nostalgie für eine Welt, in der die Bankaktiva das 33-fache ihres Kapitals betrugen, ist wirklich frappierend“, betonte Frait mit Blick auf frühere Krisen.

Eine solche Deregulierung vernachlässige erneut Liquiditäts- und Staatsrisiken.

Zudem wies er die These zurück, Zentralbanken müssten sich zwangsläufig einer fiskalischen Dominanz beugen.

Ein Nachgeben würde moralisches Risiko schüren und einer fiskalischen Put-Option gleichen.

Das Erbe des Jamaika-Abkommens

Anlass der Rede waren das 100-jährige Bestehen der tschechoslowakischen Nationalbank sowie 50 Jahre Jamaika-Abkommen von 1976.

Mit dem Ende fester Wechselkurse expandierten Finanzintermediation und globale Kapitalströme massiv.

Frait erinnerte daran, dass hohe Haushaltsdefizite nach der Finanzkrise fälschlich als dauerhaftes Instrument etabliert wurden.

Dies habe zu einer grenzüberschreitenden Ansteckung bei der Ausweitung von Staatsverschuldung und Kreditzyklen geführt.

Gefährliche Gedächtnislücke

Fraits Mahnung trifft den wunden Punkt der aktuellen europäischen Regulierungsdebatte.

Wer solide Eigenkapitalregeln zugunsten politischer Wünsche opfert, wiederholt sehenden Auges die Fehler vor 2008.

Für Zentralbanken bleibt Standhaftigkeit gegenüber der Politik die einzig glaubwürdige Verteidigungslinie.

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