Knot fordert konsequente Inklusion im Arbeitsalltag
BIS Speech

Knot fordert konsequente Inklusion im Arbeitsalltag

DNB-Präsident Klaas Knot hat auf einer Konferenz in Amsterdam mehr Mut zu Inklusion und Diversität in Unternehmen angemahnt. Führungskräfte dürften vor gesellschaftlichen Widerständen nicht zurückweichen und müssten Minderheiten im Berufsalltag aktiv unterstützen.

Blinde Flecken überwinden

Inklusion ist laut Knot ein ökonomischer Vorteil für Organisationen, da diverse Teams bessere Entscheidungen treffen und betriebliche Blindstellen aufdecken.

Gleichzeitig kritisierte er Führungskräfte, die Diversitätsinitiativen rasch wieder fallen lassen, sobald Aktionäre unruhig reagieren.

„Die Wirkung von Diversität wird erst dann real, wenn sich Menschen sicher genug fühlen, sie selbst zu sein“, betonte Knot vor dem Plenum.

Insbesondere queere und trans Kolleginnen und Kollegen stünden im Arbeitsalltag weiterhin vor spürbaren Hürden und Ausgrenzung, weshalb symbolische Bekenntnisse ohne praktische Konsequenzen wertlos seien.

Echte Teilhabe erfordere den täglichen Einsatz aller Beschäftigten.

Vorbildrolle und Benchmark

Bei De Nederlandsche Bank (DNB) setzt die Notenbank auf bauliche und organisatorische Maßnahmen wie geschlechtsneutrale Waschräume und Unterstützung bei Geschlechtsangleichungen.

Die Zentralbank erreichte 2025 als erste öffentliche Einrichtung den Status eines „Advocate“ im Workplace Pride Global Benchmark und verteidigte diese Einstufung 2026.

Knot warnte davor, Verbundenheit nur als PR-Label oder „Rainbow Washing“ zu nutzen: Wirksame Inklusion entstehe nicht durch Richtlinien, sondern durch den Widerspruch gegen diskriminierende Witze und Respektlosigkeiten im Büroalltag.

Taten statt Symbolpolitik

Knot greift ein Thema auf, das viele Notenbanker im aktuellen Gegenwind lieber meiden.

Seine Kritik an opportunistischem Zurückweichen bei Diversitätszielen setzt ein klares Signal für den Finanzsektor.

Ob Appelle an den Büroalltag hierarchische Strukturen nachhaltig aufbrechen, bleibt dennoch fraglich.

Quelle: The everyday work of inclusion

IN:

Fehler melden