US-Bildungsmobilität stieg im 20. Jahrhundert – öffentliche Bildung als Treiber
Drei Ökonomen der Federal Reserve Bank von Atlanta zeigen: Die Bildungsmobilität in den USA stieg im 20. Jahrhundert deutlich an. Besonders benachteiligte Gruppen profitierten, getrieben von öffentlichen Investitionen in Bildung.
Aufstieg durch Bildung: Mehr Chancen im 20. Jahrhundert
Eine neue Studie der Federal Reserve Bank von Atlanta belegt einen deutlichen Anstieg der relativen und aufwärtsgerichteten Bildungsmobilität in den USA über das 20. Jahrhundert.
Besonders profitierten historisch benachteiligte Gruppen: Schwarze Jungen und Mädchen verzeichneten Zuwächse von 10 bzw. 12 Perzentilen, asiatische Jungen und Mädchen sogar 12 bzw. 14 Perzentile.
Im Gegensatz dazu sank die Aufwärtsmobilität weißer Männer um 5 Perzentile.
Auch geografisch gab es eine Konvergenz: Wo Kinder aufwuchsen, spielte für ihre Bildungschancen Ende des Jahrhunderts deutlich weniger eine Rolle als noch zur Jahrhundertmitte.
Die Studie vergleicht Kohorten von 1910-1919 und 1982-1997.
Investitionen als Chancengleichmacher
Die Forscher nutzten zwei neue, umfangreiche Datensätze, die fast 1,5 Millionen Kinder der Jahrgänge 1910-1919 und 2,1 Millionen Kinder der Jahrgänge 1982-1997 umfassen.
Mittels eines 'State-Border-Designs' untersuchten sie den Einfluss öffentlicher Bildungsinvestitionen.
Es zeigte sich, dass höhere Investitionen in die Primar- und Sekundarbildung im frühen und späten 20. Jahrhundert wichtige Treiber der Aufwärtsmobilität waren.
Im späten 20. Jahrhundert wurden auch Investitionen in die Hochschulbildung zu einem ähnlich wichtigen Faktor.
Ein Lichtblick für Chancengleichheit
Diese Studie liefert eine wichtige empirische Basis für die Debatte um Bildungsgerechtigkeit in den USA.
Sie zeigt, dass öffentliche Investitionen über Generationen hinweg tatsächlich Chancen schaffen können, insbesondere für zuvor benachteiligte Gruppen.
Gleichzeitig werfen der Rückgang der Mobilität für weiße Männer und die wachsende Geschlechterkluft neue Fragen auf, die weiterer Forschung bedürfen.