Välimäki sieht höhere Inflationsrisiken durch Energieschock
Tuomas Välimäki sieht durch den erneuten Energieschock höhere Inflationsrisiken im Euroraum, bislang aber keine grundlegende Änderung der zugrunde liegenden Preisdynamik. Der EZB-Rat beließ die Leitzinsen unverändert und entscheidet weiter nach Datenlage.
Energie treibt Preise, Löhne bleiben stabil
Tuomas Välimäki, Vorstandsmitglied der Bank von Finnland, sprach am 2. November 2026 bei einem Abendessen in Helsinki.
Die Inflation im Euroraum stieg im September auf 3,8 Prozent, vor allem wegen höherer Öl- und europäischer Gaspreise.
Umfang und Dauer des Energieschocks haben zugenommen; damit steigen laut Välimäki die Aufwärtsrisiken.
Bisher bleiben breitere, dauerhafte Effekte jedoch begrenzt: Die zugrunde liegende Inflation ist weitgehend stabil, die Löhne zeigen noch keine wesentliche Reaktion.
Mittel- und langfristige Inflationserwartungen bleiben verankert.
Die Anspannung am Arbeitsmarkt hat gegenüber den außergewöhnlich hohen Niveaus nach der Pandemie nachgelassen.
Maßgeblich ist, ob Energiepreise dauerhaft auf andere Preise und Löhne übergreifen.
Wachstum zwischen Investitionen und Gegenwind
Die Wirtschaft wächst weiter.
Investitionen in künstliche Intelligenz, Digitalisierung sowie höhere öffentliche Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben stützen die Aktivität.
Zugleich mindern Energiepreise die Kaufkraft und erhöhen Unternehmenskosten.
Langfristige Zinsen sind gestiegen, Finanzierungsbedingungen straffer und das Verbrauchervertrauen schwächer.
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hielt deshalb in der Vorwoche die Leitzinsen konstant.
Zur Dezember-Sitzung liegen neue Projektionen, zusätzliche Inflations- und Lohndaten sowie weitere Befunde zum Energieschock vor.
Klares Ziel, offener Zinspfad
Välimäki lehnt eine mechanische Zinsreaktion auf höhere Energiepreise oder schwächeres Wachstum ab.
Maßgeblich sind anhaltende Preiseffekte, die Wirkung strafferer Finanzierungsbedingungen und mittelfristige Risiken.
Das Inflationsziel bleibt bei 2 Prozent; ein vorab festgelegter Zinspfad würde laut ihm falsche Präzision vermitteln.
Quelle: The path back to 2 % has become less comfortable
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