Nichtbanken und Rekordschulden belasten künftiges Krisenmanagement
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Nichtbanken und Rekordschulden belasten künftiges Krisenmanagement

Hohe Staatsverschuldung, wachsende Nichtbanken und digitale Dynamiken verändern das Krisenmanagement der Zentralbanken. Bei der SUERF-Vorlesung in Wien forderte die BIZ strengere Regeln für Nichtbanken vor einer Öffnung von Notfallfazilitäten, um Fehlanreize zu vermeiden.

Drei Kräfte verschieben das Krisengefüge

Drei strukturelle Verschiebungen verändern die Krisenreaktion der Zentralbanken: historisch hohe Staatsverschuldung, der wachsende Fußabdruck von Nichtbanken (NBFIs) und digitale Beschleunigung.

NBFIs halten inzwischen den größten Teil der Staatsanleihen in den Industrieländern, während fremdfinanzierte Akteure wie Hedgefonds zentrale Marktsegmente dominieren.

Kommt es zu Schocks, droht die Liquidität schlagartig zu versiegen, wie der „Dash for Cash“ im März 2020 und die britische Gilt-Krise 2022 zeigten.

Zudem beschleunigen Online-Banking und soziale Medien Einlagenabflüsse drastisch.

Da Nichtbanken keinen regulären Zugang zu Notfallkrediten haben, mussten Zentralbanken bisher auf direkte Wertpapierankäufe ausweichen.

Gleiche Risiken verlangen gleiche Regeln

Um moralisches Risiko zu verhindern, mahnt die BIZ eine kongruente Regulierung an: Institute mit vergleichbaren Risiken müssen ähnlichen Liquiditäts- und Abwicklungsregeln unterliegen, bevor Notkredit-Fazilitäten geöffnet werden.

Zudem sollten Marktankäufe dem Backstop-Prinzip folgen.

Dies verlangt Strafpreise im Normalbetrieb, um Marktdisziplin zu wahren, aber gezielte Konditionen im Stressfall zur Vermeidung von Stigmatisierung.

Zudem müssen Notfallhilfen strikt von geldpolitischer Stimulierung abgegrenzt werden.

Kein Freibrief für Schattenbanken

Die BIZ legt die Schwachstellen zwischen Staatsschulden und Schattenbanken schonungslos offen.

Eine Ausweitung von Notfallfazilitäten ohne strikte Regulierung von Nichtbanken würde gefährliche Fehlanreize zementieren.

Die geforderte Trennung von Notfallhilfe und Geldpolitik bleibt die größte Baustelle.

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