Scotti hält am Zusammenspiel von öffentlichem und privatem Geld fest
Chiara Scotti, Vizegouverneurin der Banca d’Italia, plädiert für einen öffentlichen Geldanker mit privater Intermediation und Innovation. In ihrer am 27. Oktober 2026 veröffentlichten Rede fordert sie flexible, schrittweise Investitionen.
Der Geldanker bleibt öffentlich
Das zweistufige Geldsystem behält nach Scottis Einschätzung auch in einer digitalen Wirtschaft seine Funktion.
Es verbindet einen öffentlichen monetären Anker mit privater Finanzintermediation und Innovation und soll dadurch Vertrauen bewahren.
Scotti widerspricht der Vorstellung, diese Architektur sei lediglich ein institutionelles Erbe, das neue Technologien überflüssig machten.
Die Digitalisierung verändert Instrumente, Infrastrukturen, Institutionen und Geschäftsmodelle der Geldversorgung und der Finanzdienstleistungen.
Für Scotti lautet die zentrale Frage deshalb, welche Bestandteile der bestehenden Architektur erhalten bleiben müssen und welche sich im veränderten Umfeld sicher weiterentwickeln können.
Banken investieren in Etappen
Scotti sprach beim Treffen des Internationalen Instituts für Bankenstudien (IIEB) am 23. Oktober 2026 in Mailand.
Sie kündigt an, die Arbeitsteilung zwischen öffentlichem und privatem Sektor im Privatkunden- und Großkundengeschäft sowie strategische Folgen für Banken zu behandeln.
Unsicherheit verlange Flexibilität, Erprobung und gestaffelte Investitionen.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) weist darauf hin, dass die Aussagen Scottis Ansichten wiedergeben und nicht zwingend ihre eigenen.
Beständiger Kern, veränderbare Technik
Scotti trennt die Funktion des zweistufigen Geldsystems von seiner technischen und institutionellen Ausgestaltung.
Für Banken verbindet sie diesen Ansatz mit Flexibilität, Experimenten und Investitionen in Etappen.
Konkrete Maßnahmen oder Zeitpläne nennt der vorliegende Auszug nicht.