McMunn fordert sichere Kundengelder und robuste Zahlungsdienste
Mary-Elizabeth McMunn, Vizegouverneurin der irischen Zentralbank, benennt Kundengeldschutz, Resilienz und Betrugsabwehr als Aufsichtsschwerpunkte. Sie sprach am 14. Oktober 2026 in Dublin zum 25-jährigen Bestehen der Electronic Money Association.
Kundengelder schützen, Betrug bekämpfen
Irische Zahlungsdienstleister meldeten 2025 betrügerische Zahlungen über 179 Mio. Euro, nach 140 Mio. Euro 2024: ein Anstieg um 27 Prozent.
Überweisungen trieben den absoluten Zuwachs; E-Geld-Betrug stieg relativ am stärksten, um 57,7 Prozent auf 40,42 Mio. Euro.
McMunn verlangt wirksame Prävention, rasche Rückholung gestohlener Gelder und angemessene Entschädigung.
Eine abgeschlossene sektorübergreifende Prüfung untersuchte Betrugskontrollen und den Umgang mit Opfern; Ergebnisse folgen.
Beim Kundengeldschutz bestehen trotz besserer Leitung und Kontrolle weiterhin Schwächen, zuletzt bei ausgelagerten Prozessen.
Für digitale Resilienz fordert sie Verantwortung der Führungsgremien, Auswirkungsgrenzen und Wiederanlauftests.
Die EU-Verordnung DORA sei mehr als eine Compliance-Aufgabe.
Acht Projekte erproben Zahlungsinnovationen
Der Innovationskontaktpunkt verzeichnete 2025 insgesamt 78 Unternehmenskontakte, 10 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die diesjährige regulatorische Testumgebung umfasst acht Projekte zu reibungslosem Geldtransfer, digitaler Teilhabe und sicherer Integration neuer Zahlungstechnologien.
Dazu zählen grenzüberschreitende Sofortüberweisungen, biometrische Authentifizierung, KI-gestützte Finanzberatung und tokenisiertes Sparen für nachhaltige Kredite.
Die Zentralbank will Ergebnisse im November veröffentlichen und in den kommenden Monaten eine dritte Testumgebung starten.
Vertrauen braucht einen öffentlichen Anker
McMunn sieht Zentralbankgeld als Vertrauensanker des digitalen Zahlungsverkehrs.
Dafür nennt sie den im September gestarteten Pontes-Dienst zur Abwicklung DLT-basierter Großkundentransaktionen und den digitalen Euro.
Zugleich warnt sie vor abgeschotteten Angeboten, die Kosten erhöhen und die Interoperabilität behindern.