Montenegros Zentralbank bereitet Beitritt zum ESZB vor
25 Jahre nach ihrer Gründung steht die Zentralbank von Montenegro vor dem Eintritt in das Europäische System der Zentralbanken. Parallel zu den Verhandlungen über den EU-Beitritt schloss die Notenbank nun eine umfassende Bestandsaufnahme mit dem Eurosystem ab.
Vom einseitigen Euro-Nutzer zum ESZB-Mitglied
Zum 25-jährigen Bestehen der Zentralbank von Montenegro rückt der Beitritt zur Europäischen Union in greifbare Nähe.
Bis Dezember sollen alle verbleibenden Verhandlungskapitel geschlossen und die Arbeit am Beitrittsvertrag fortgesetzt werden.
Damit bereitet sich die Notenbank auf den Eintritt in das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) und später in das Eurosystem vor.
Bereits am Vortag schloss die Notenbank gemeinsam mit De Nederlandsche Bank, der Belgischen Nationalbank und der Deutschen Bundesbank eine umfassende institutionelle Bestandsaufnahme ab.
Im Zahlungsverkehr wurden mit der SEPA-Anbindung und dem Start eines TIPS-Klons am 20. Juli bereits Echtzeitüberweisungen im 24/7-Betrieb etabliert.
Währungsgeschichte ohne eigene Notenbankpolitik
Montenegro führte im November 1999 nach dem Zerfall Jugoslawiens und einer Hyperinflation zunächst die D-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel ein, gefolgt von der einseitigen Einführung des Euro im Jahr 2002.
Ohne eigene Währung oder klassische Zinsinstrumente stützt sich das Land primär auf strenge Aufsicht und institutionelle Glaubwürdigkeit.
Nach der Unterzeichnung des Beitrittsvertrags wird die Notenbank Beobachterstatus in den ESZB-Ausschüssen erhalten, um Arbeitsweisen direkt zu übernehmen.
Ende der geldpolitischen Zaungastrolle
Die einseitige Euro-Nutzung sicherte Montenegro Stabilität, ließ die Notenbank jedoch ohne Mitspracherecht.
Der ESZB-Eintritt beendet diese passive Rolle und bringt institutionelle Verantwortung.
Nun muss die Notenbank beweisen, dass ihre operativen Systeme dem Standard des Eurosystems gewachsen sind.