Bewertungsgewinne treiben globale Vermögensungleichgewichte
BIS Studie

Bewertungsgewinne treiben globale Ver­mö­gen­s­un­gleich­ge­wich­te

Finanzielle Faktoren wie Bewertungseffekte und Ertragsströme bestimmen das weltweite Nettoauslandsvermögen stärker als der Warenhandel. Eine Analyse von 28 Volkswirtschaften durch die BIZ zeigt eine wachsende Anfälligkeit für Schocks an den globalen Aktien- und Devisenmärkten.

Bewertungseffekte vor Warenhandel

Die Nettoauslandsposition der USA hat sich deutlich verschlechtert, während sich die Bilanzen der meisten anderen großen Volkswirtschaften verbessert haben.

Eine Untersuchung von 28 Volkswirtschaften, die 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung abdecken, identifiziert Finanzfaktoren als primäre Treiber dieser Entwicklung.

Bewertungsgewinne und Ertragsströme aus Kapitalanlagen prägen die internationalen Vermögenspositionen kurz- wie langfristig stärker als reine Handelsströme.

Zwar stützen Bewertungsgewinne seit 2010 das Wirtschaftswachstum vieler Staaten, erhöhen jedoch zugleich deren Verwundbarkeit gegenüber Korrekturen an den internationalen Finanzmärkten.

Vier Szenarien für den Abbau

Simulationen von vier Anpassungsszenarien verdeutlichen die Risiken: Eine abrupte Dollar-Abwertung, Preiskorrekturen an den globalen Aktienmärkten, höhere Zinsen oder eine Halbierung von Handelsungleichgewichten lösen erhebliche grenzüberschreitende Übertragungseffekte aus.

Insbesondere Korrekturen an den US-Aktienmärkten ziehen spürbare Einbußen für die Mehrheit der untersuchten Länder nach sich.

Gängige politische Vorschläge zur Verringerung der Ungleichgewichte zeigen dagegen nur begrenzte Wirkung.

Handelspolitik kuriert nur Symptome

Die Fixierung auf Handelsbilanzen greift bei globalen Risiken zu kurz.

Weil Bewertungseffekte das Hauptrisiko bilden, bleiben zollpolitische Maßnahmen wirkungslos.

Entscheidend ist die Stärkung nationaler Bilanzen gegen abrupte Schocks an den Finanzmärkten.

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