Inflation und Wirtschaftsgröße prägen Wechselkurspass-through
Ökonomen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben die Treiber der Wechselkursweitergabe in rund 100 Ländern über vier Jahrzehnte untersucht. Mittels einer Kombination aus Ökonometrie und Random Forests zeigt die Studie, dass insbesondere das Inflationsniveau und die Wirtschaftsgröße den Pass-through bestimmen.
Sinkender Pass-through in Industrieländern
Die Untersuchung von Emanuel Kohlscheen und Aaron Mehrotra analysiert Daten von 98 Volkswirtschaften über die letzten vierzig Jahre.
Dabei zeigt sich, dass der Wechselkurspass-through in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen ist.
In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sank der Koeffizient von 7,6 Prozent im historischen Durchschnitt auf 4,4 Prozent im letzten Jahrzehnt.
In Schwellen- und Entwicklungsländern blieb die Weitergabe dagegen stabiler und bewegt sich zwischen 17 und 20 Prozent.
Die Autoren nutzen neben traditioneller Ökonometrie erstmals Random Forests, um nicht-lineare Zusammenhänge und die relativen Gewichte einzelner Einflussfaktoren präzise zu ermitteln.
U-Kurve der Wechselkursvolatilität
Als wichtigste Treiber identifiziert die BIZ-Studie die Wirtschaftsgröße und das Inflationsniveau, gefolgt von der Produkthomogenität.
Überraschend am Rand: Die Handelsöffnung spielt eine untergeordnete Rolle.
Zudem deckt die Methode eine ausgeprägte U-Kurve bei der Wechselkursvolatilität auf.
Die Weitergabe erreicht bei mittleren Schwankungen ein Minimum und steigt bei sehr niedrigen oder sehr hohen Werten wieder an.
Auch eine solide Fiskalpolitik erweist sich als dämpfender Faktor für den Pass-through.