Deflation und Jobsicherheit bremsten Japans Lohnwachstum
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Deflation und Jobsicherheit bremsten Japans Lohnwachstum

Eine neue Studie der Bank of Japan untersucht die Entstehung der Lohn-Produktivitäts-Lücke der letzten 30 Jahre. Abwärtsgerichtete Lohnstarre, anhaltende Deflation und die Priorisierung von Beschäftigungssicherheit verhinderten, dass Produktivitätsgewinne in höhere Löhne übersetzt wurden.

Lohneinfrierungen im Deflationsstrudel

Mikrodaten von 1990 bis 2024 belegen, dass japanische Löhne während der Deflationsphase Ende der 1990er Jahre sowohl nach unten als auch nach oben starr waren.

Diese doppelten Lohnstarren führten zu jahrelangen Lohnstopps, bei denen das tatsächliche Lohnwachstum hinter dem potenziellen zurückblieb.

Erst mit dem jüngsten Anstieg der Inflationsrate schwächte sich diese Erstarrung ab und die Flexibilität kehrte zurück.

Ein allgemeines Modell mit heterogenen Unternehmen zeigt den zugrundeliegenden Mechanismus: Wenn Kündigungen erschwert sind und Unternehmen künftige Lohnsenkungskosten fürchten, halten sie Löhne vorsorglich niedrig.

Höhere Inflation verringert diese Anpassungskosten und stellt die Signalwirkung der Löhne wieder her.

Ar­beits­platz­si­cher­heit bremst Allokation

Neben der Deflation spielte die Präferenz für Arbeitsplatzsicherheit eine Schlüsselrolle.

Wenn Beschäftigte primär Stabilität suchen, sinkt die Allokationseffizienz am Arbeitsmarkt.

Produktive Firmen müssen kaum höhere Löhne bieten, um Personal zu halten.

Empirische Analysen bestätigen, dass Lohnstopps den Wechsel von Arbeitnehmern zu hochproduktiven Unternehmen hemmen.

Ein Inflationsziel von 2 Prozent sowie eine höhere Arbeitsmobilität hätten das Reallohnwachstum in Japan über die letzten drei Jahrzehnte spürbar verstärkt.

Sicherheit hat ihren Preis

Die Arbeit liefert eine fundierte Erklärung für Japans lange Lohnstagnation.

Sie verdeutlicht eindrücklich, wie Deflation und starre Arbeitsmärkte die gesamtwirtschaftliche Dynamik lähmen.

Für die Praxis folgt daraus: Ohne höhere Arbeitsmobilität bleibt Produktivität ein wirkungsloses Versprechen für die Löhne.