Neun von zehn Großbanken im Euroraum setzen auf generative KI
Fast 90 Prozent der bedeutenden Banken im Euroraum nutzen generative künstliche Intelligenz. ESRB-Vorsitzende Christine Lagarde mahnte bei der Jubiläumskonferenz in Frankfurt, dass die Technologie den systemweiten Blick der europäischen Aufsichtsbehörden auf eine harte Probe stellt.
Durchmarsch in den Bankbilanzen
Beim zehnten Jahreskongress des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) in Frankfurt am Main zog Christine Lagarde eine Zwischenbilanz zur Finanzstabilität.
Fünfzehn Jahre nach Gründung der Institution steht die Aufsicht vor einem tiefen technologischen Wandel.
Nahezu neun von zehn bedeutenden Banken im Euroraum setzen inzwischen generative künstliche Intelligenz ein.
Zudem planen laut aktuellen Umfragen sieben von zehn Wertpapierfirmen in der Europäischen Union, ihre Investitionen in entsprechende Systeme weiter zu steigern.
Die Institute versprechen sich davon eine schnellere Analyse umfangreicher Daten und präzisere Risikobewertungen.
Produktivitätsgewinne sollen zudem Ressourcen schonen.
Lehren aus zwei Krisen
Der ESRB entstand als Konsequenz aus der globalen Finanzkrise und der europäischen Staatsschuldenkrise.
Damals bauten sich systemische Risiken über mehrere Institutionen und Märkte hinweg auf, während einzelne nationale Aufseher nur unvollständige Teilbereiche überblickten.
Um diese gefährlichen Blindstellen zu beseitigen, versammelt das Gremium seit 15 Jahren Zentralbanken und Regulierer an einem Tisch.
Die rapide Verbreitung generativer Algorithmen fordert genau diese Gesamtschau nun erneut heraus.
Monokultur im Bankensektor
Der Hype um generative Modelle verdeckt akute Gefahren digitaler Herdentriebe im Finanzsektor.
Wenn fast alle Banken auf dieselben KI-Systeme zugreifen, genügen minimale Modellfehler für gefährliche Kettenreaktionen.
Die Aufsichtsbehörden müssen daher rasch verbindliche Grenzen statt vager Mahnungen setzen.
Quelle: Where AI risks meet
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