Asiens Zombiefirmen drücken Inflation in Industrieländern
Unrentable Unternehmen in zehn asiatischen Schwellenländern belasten über globale Lieferketten auch Wachstum und Preise in Industrieländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine BIZ-Studie auf Basis von Unternehmens- und Bankdaten aus den Jahren 2005 bis 2021.
Exportierte Disinflation über Lieferketten
Die Zahl der Zombiefirmen in den untersuchten asiatischen Volkswirtschaften ist zwischen 2005 und 2021 kontinuierlich gestiegen.
Schwache einheimische Banken halten diese Unternehmen durch fortlaufende Kreditvergabe künstlich am Leben.
Am Heimatmarkt verdrängen die Zombieunternehmen gesunde Wettbewerber, schwächen die Gesamtproduktivität und drücken sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Inflation.
Über weltweite Wertschöpfungsketten strahlen diese Effekte direkt auf entwickelte Volkswirtschaften aus: Günstige Vorleistungsgüter aus asiatischen Schwellenländern wirken dort als Preisbremse und verringern den Inflationsdruck bei Handelspartnern messbar.
Handelskanal schlägt Bankverbindungen
Die Analyse vergleicht zwei internationale Übertragungswege: den Außenhandel und grenzüberschreitende Bankkredite.
Während die Handelsverflechtungen messbare Bremsspuren bei Wachstum und Inflation in den Industrieländern hinterlassen, spielen direkte Kreditbeziehungen ausländischer Geldhäuser makroökonomisch keine Rolle.
Die fortgesetzte Kreditvergabe an insolvenzreife Firmen schwächt vor allem asiatische Banken, während internationale Institute isoliert bleiben.
Verzögerte Bereinigung rächt sich
Die Analyse entlarvt Zombiefirmen als globales statt rein lokales Phänomen.
Über Vorleistungsgüter exportiert Asiens aufgeschobene Marktbereinigung anhaltenden Preisdruck direkt in westliche Volkswirtschaften.
Zentralbanken müssen erkennen, dass nachsichtige Bankenaufsicht die weltweite Geldpolitik nachhaltig verzerrt.