Zoning trieb Einfamilienhaus-Anteil auf 90 Prozent
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Zoning trieb Einfamilienhaus-Anteil auf 90 Prozent

Eine Studie der Fed Philadelphia belegt erstmals die langfristigen Folgen historischer Flächennutzungspläne. In den Vorstädten von Chicago stieg der Anteil von Einfamilienhäusern durch Zoning-Vorschriften auf über 90 Prozent.

Das Ende der gemischten Nachbarschaft

Die Ökonomen Ryan Gallagher, Allison Shertzer und Tate Twinam haben für den Großraum Chicago den ersten historischen Paneldatensatz zu Zoning-Regeln von 1921 bis 1980 aufgebaut.

Die Auswertung unerschlossener Flächen zeigt drastische Effekte: Während vor der Regulierung 63 Prozent der Flächen für Einfamilienhäuser vorgesehen waren, stieg dieser Anteil unter Zoning auf durchschnittlich 83 Prozent.

In typischen Vorort-Quartieren macht der Anteil heute sogar 93 Prozent aus.

Flexible Regulierungen hätten den Einfamilienhaus-Anteil dagegen um die Hälfte reduziert und Flächen zu gleichen Teilen an Gewerbe und Mietwohnungen umverteilt.

Zudem griffen Mindestgrundstücksgrößen viel früher als gedacht.

Bereits zwischen 1921 und 1945 führten Vorgaben zu 20 Prozent größeren Grundstücken.

Zementierte Grenzen auf der grünen Wiese

Vor dem Grundsatzurteil Euclid v. Ambler von 1926 entwickelten sich US-Vorstädte dichter und mit durchmischter Nutzung.

Die Autoren belegen, dass Mindestgrundstücksgrößen in der Vorkriegszeit die durchschnittliche Parzellengröße um 1.494 Quadratfuß anhob.

Für die Nachkriegszeit von 1945 bis 1980 ermittelt die Studie eine Elastizität der tatsächlichen Grundstücksgröße bezüglich der Regulierungen von 0,48. Da Planer Zonen oft an bestehende Strukturen anpassten, lassen sich Kausaleffekte nur auf unerschlossenen Flächen nachweisen.

Das Urteil prägte die amerikanische Suburbia nachhaltig.

Monokultur mit Ansage

Die Arbeit demontiert den Mythos, der Markt habe das reine Einfamilienhaus-Suburbs von selbst hervorgebracht.

Staatliche Regulierung schuf künstlich zersiedelte Räume, die heute dringend benötigten Wohnraum und ÖPNV-Konzepte blockieren.

Wer die US-Wohnungskrise bekämpfen will, muss die historischen Irrtümer der Flächennutzung endlich korrigieren.

Quelle: Zoning and the American Suburb

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