Industrieroboter steigern Löhne und Mitarbeiterzahl um 57 Prozent
BOC Studie

Industrieroboter steigern Löhne und Mitarbeiterzahl um 57 Prozent

Der Einsatz von Industrierobotern steigert die Beschäftigung und Wertschöpfung kanadischer Industrieunternehmen um durchschnittlich 57 Prozent. Eine neue Studie der Bank of Canada zeigt, dass dabei auch die Lohnquote der Beschäftigten um 1,4 Prozentpunkte zulegt.

Expansion statt Verdrängung

Die Ökonomen Gabriela Galassi und Gaelan MacKenzie untersuchen anhand von Steuerdaten von über 406.000 Unternehmen den Zeitraum 2002 bis 2018.

Nach dem ersten Import von Industrierobotern klettern Umsatz, Wertschöpfung und die Beschäftigung von Mitarbeitern ohne Eigentümeranteil um durchschnittlich 57 Prozent.

Die Lohnsumme dieser Angestellten wächst sogar um 71 Prozent, während das Durchschnittsgehalt um 9 Prozent steigt.

Entgegen bisheriger Annahmen sinkt die Lohnquote nicht: Der Anteil der regulären Arbeitnehmer an der Wertschöpfung legt um 1,4 Prozentpunkte zu.

Dagegen sinkt der Anteil der Unternehmenseigentümer um 1,7 Prozentpunkte, auch wenn deren absolute Einkommen weiter wachsen.

Das Gehaltsgeheimnis der Eigentümer

Der Schlüssel zu diesen Resultaten liegt in der exakten Trennung von Eigentümer- und Belegschaftsbezügen.

In privaten kanadischen Firmen schütten sich Eigentümer kaum Dividenden aus, sondern beziehen primär Gehälter.

Werden diese Inhabergehälter fälschlicherweise der Belegschaft zugerechnet, wird das Beschäftigungswachstum um 11 Prozent und der Lohnsummenanstieg um 13 Prozent unterschätzt.

Während europäische Studien sinkende Lohnquoten messen, überwiegt in Kanada der Skaleneffekt den Verdrängungseffekt.

Roboter sind besser als ihr Ruf

Der kanadische Befund entkräftet das Dogma einer Verdrängung regulärer Arbeit durch Roboter.

Pauschale Lohnanalysen verschleiern den wahren Verteilungseffekt, indem sie Inhabergehälter mit Belegschaftslöhnen vermengen.

Für die Arbeitsmarktpolitik ist dies ein starkes Korrektiv gegen überzogene Automatisierungsängste.

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