Glaubwürdige Projektionen begrenzen Inflation nach Angebotsschocks
Glaubwürdige Inflations- und Produktionsprojektionen stabilisieren in einem Laborexperiment die Erwartungen bei Angebotsschocks. Das am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Forschungspapier der Bank of Canada (BoC) vergleicht starke und schwache geldpolitische Reaktionen.
Weniger Gegensteuern verlängert die Inflation
Ohne Projektionen kehrt die Inflation bei starker geldpolitischer Reaktion nach rund fünf Perioden zum Gleichgewicht zurück, bei schwacher nach rund zehn.
Die experimentellen Zinsen erreichen etwa 800 gegenüber 400 Basispunkten; die Produktionslücke fällt auf etwa minus 600 gegenüber minus 300 Basispunkten.
Bei schwächerer Reaktion steigen langfristige Inflationserwartungen stärker und bleiben länger erhöht.
Quantitative Angaben zur Zinsregel verbessern die Ergebnisse gegenüber qualitativen Informationen nicht statistisch nachweisbar.
Projektionen für Inflation und Produktion über sechs Quartale verankern dagegen Erwartungen.
Mit ihnen unterscheiden sich die Inflationsverläufe beider Regeln nicht statistisch nachweisbar; schwächeres Gegensteuern stabilisiert die Produktion besser.
Ein Schock verändert die Spielregeln
Olena Kostyshyna, Luba Petersen und Jing Yang kombinieren zwei Zinsregeln mit drei Kommunikationsvarianten.
Je sieben Studierende bilden eine experimentelle Volkswirtschaft über 50 Perioden.
In Periode 19 trifft sie ein großer Kostenschock; zugleich steigt dessen Persistenzparameter von 0,3 auf 0,6. Bei schwacher Reaktion sinkt der Inflationskoeffizient der Zinsregel von 2,2 auf 1,2, bei starker bleibt er unverändert.
Die Versuche fanden mit Studierenden der Simon Fraser University und der McMaster University statt.
Die Ergebnisse sind keine offizielle BoC-Position.
Der Inflationsvorteil hat Grenzen
Der Vorteil starken Gegensteuerns gilt in den Hauptschätzungen nur ohne Deflationsspiralen.
Sechs Sitzungen mit starker Reaktion, alle ohne Projektionen, entwickelten solche Spiralen und wurden ausgeschlossen.
Schwaches Gegensteuern empfehlen die Autorinnen nur mit glaubwürdigen, leicht nutzbaren Projektionen.