BOC-Umfrage: Kanadier pessimistisch wegen Preisen und Jobs
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BOC-Umfrage: Kanadier pessimistisch wegen Preisen und Jobs

Hohe Preise und der Handelskonflikt belasten die kanadischen Konsumenten weiterhin stark. Die jüngste Umfrage der Bank of Canada zeigt schwächere Ausgabenpläne und erhöhte Sorgen um Jobverlust sowie die Fähigkeit, Schulden zu bedienen.

Finanzielle Sorgen und schwache Ausgaben

Der Indikator der kanadischen Konsumentenerwartungen (CSCE) der Bank of Canada bleibt im vierten Quartal 2025 schwach und liegt seit Ende 2021 deutlich unter dem Vor-Pandemie-Durchschnitt.

Konsumenten sehen eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Schuld nicht bedienen zu können, und mehr Befragte als im Vorquartal glauben, dass sich ihre finanzielle Lage verschlechtert hat.

Ein Befragter kommentierte: „Fast jeder lebt auf Kredit… Das wird für Haushalte nachteilig sein.“

Die Hälfte der Konsumenten erwartet die schlimmsten Auswirkungen des Handelskonflikts noch, was zu den niedrigsten Erwartungen an die finanzielle Gesundheit führt.

Dementsprechend bleiben die Ausgabenpläne schwach.

Hauptbarrieren sind hohe Preise, wirtschaftliche Unsicherheit und erhöhte Wohnkosten.

Haushalte mit Aktienanlagen zeigen weniger negative Ausgabenprognosen.

Kanadische Produkte werden bevorzugt, aber nur, wenn der Preisunterschied nicht mehr als 10 Prozent beträgt.

Arbeitsmarkt-Sorgen und Inflations-Paradox

Der Arbeitsmarktindex der CSCE stieg leicht an, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie.

Konsumenten sehen zwar eine höhere Chance, freiwillig eine Stelle zu verlassen oder zu finden, gleichzeitig aber auch ein erhöhtes Risiko, den Job zu verlieren.

Dieses Risiko ist besonders hoch in vom Handel abhängigen Sektoren.

Arbeitslose nennen ihre Fähigkeiten/Erfahrung und die allgemeine Wirtschaftslage als Top-Faktoren für die Jobsuche.

Die kurzfristigen Inflationserwartungen bleiben über dem Vor-Pandemie-Niveau, während die langfristigen Erwartungen unter dieses Niveau gesunken sind.

Zölle und Handelsspannungen sind weiterhin die am häufigsten genannten Inflationstreiber, wenn auch weniger oft als im Vorquartal.

Konsumenten, die von der Aufhebung einiger Gegenzölle wussten, hatten niedrigere Inflationserwartungen, erwarten aber keine Preissenkungen.

Hartnäckiger Pessimismus trotz Lichtblicken

Die Umfrage der Bank of Canada zeichnet ein Bild anhaltender Konsumenten-Skepsis, die tief in der Furcht vor hohen Preisen und den Folgen des Handelskonflikts wurzelt.

Obwohl die langfristigen Inflationserwartungen eine gewisse Entspannung signalisieren, überwiegen die kurzfristigen Sorgen um die finanzielle Stabilität und den Arbeitsmarkt.

Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass der Druck auf die Haushalte weiterhin ein wichtiger Faktor bleibt, der die Wirtschaftstätigkeit dämpfen könnte.