Macklem warnt vor Risiken durch neue US-Zölle und Ölpreis
Die kanadische Wirtschaft passt sich strukturellen Umbrüchen an, doch neue US-Zölle und hohe Ölpreise trüben den Ausblick. Notenbankchef Tiff Macklem betonte in Halifax, die Bank of Canada halte sich angesichts gegenläufiger Risiken für Wachstum und Inflation alle Optionen offen.
Zollschock und Ölpreise dämpfen die Erholung
Kanadas Wirtschaft zeigte im Frühjahr Widerstandskraft: Die Nicht-Energie-Exporte stiegen im zweiten Quartal um 14,5 Prozent, während die Unternehmensinvestitionen auf annualisierter Basis um 8,8 Prozent zulegten.
Doch das Scheitern der US-Handelsgespräche und neue Zölle auf Waren, die fünf Prozent der Güterexporte in die USA ausmachen, gefährden den Aufschwung.
Laut Macklem könnte sich das BIP-Wachstum im vierten Quartal auf unter 1,0 Prozent halbieren.
Zugleich treibt der Nahostkonflikt den Ölpreis in Richtung 100 Dollar je Barrel und hält die Inflation bei rund 3,0 Prozent.
Raffinerieschäden verteuern Treibstoffe zusätzlich, was die Risiken für die Teuerung deutlich nach oben verschiebt.
Künstliche Intelligenz und ein neues Modell
Neben Handelskonflikten prägen KI und Demografie den Strukturwandel.
Laut Statistikbehörde nutzte im Frühjahr 2026 fast jedes fünfte Unternehmen KI – dreimal so viele wie 2024.
Zugleich stagniert das Arbeitskräfteangebot durch die Alterung.
Die Notenbank beließ ihren Leitzins zuletzt unverändert und führt für den geldpolitischen Bericht im Oktober das neue Prognosemodell „Prima“ ein, um temporäre Schocks besser von dauerhaftem Preisdruck zu unterscheiden.
Geldpolitik in der Zwickmühle
Macklems Analyse benennt das Dilemma präzise, bietet den Märkten aber kaum Orientierung.
Zwischen Zollrisiken und teurem Öl droht der Notenbank eine geldpolitische Zwickmühle.
Ob das neue Modell im hochgradig volatilen Umfeld rasch Klarheit bringt, bleibt fraglich.
Quelle: Navigating uncertainty and adapting to change
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