Produktivitätsschub durch künstliche Intelligenz braucht Zeit
BOC Decoder

Pro­duk­ti­vi­täts­schub durch künstliche Intelligenz braucht Zeit

Künstliche Intelligenz könnte sich als Basistechnologie etablieren, benötigt für breite Produktivitätsgewinne jedoch noch Jahrzehnte. Die Bank of Canada analysiert die Verschiebungen am Arbeitsmarkt und betont die Notwendigkeit menschlicher Aufsicht.

Der lange Weg von der Erfindung zur Rendite

General-Purpose-Technologien wie der moderne Computer oder das Internet verändern die gesamte Wirtschaft grundlegend, entfalten ihre volle Wirkung aber oft erst Jahrzehnte nach ihrer Entstehung.

Künstliche Intelligenz (KI) folgt diesem Muster: Während Konzerne wie Google, Microsoft und Meta Milliarden in die Infrastruktur investieren und LLMs erste Aufgaben beschleunigen, stehen die tiefgreifenden Produktivitätsgewinne erst bevor.

Steigt die Arbeitsproduktivität, kann die Wirtschaft schneller wachsen, ohne Inflation auszulösen.

Allerdings lässt sich derzeit weder der genaue Zeitpunkt noch die Verteilung dieser Wohlstandsgewinne verlässlich beziffern.

Vollständige Berufe bleiben unersetzbar

Historische Umbrüche wie die Elektrifizierung zeigen, dass neue Technologien zwar bestehende Berufe verdrängen, langfristig aber mehr Beschäftigung schaffen.

KI automatisiert nicht nur Routinen, sondern generiert Texte und analysiert Datenmengen in Sekunden.

Dennoch ersetzt sie kaum ganze Berufsbilder von Anfang bis Ende.

Aufgrund von Halluzinationen und Fehlern bleibt menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar, während sich Fachkräfte auf wertschöpfende Planungsaufgaben konzentrieren.

Realismus statt Hype

Die Notenbank dämpft überzogene Erwartungen an sofortige Produktivitätswunder zu Recht.

Für die Geldpolitik bleibt der Nettoeffekt auf Potenzialwachstum und Teuerung vorerst eine Gleichung mit vielen Unbekannten.

Der reale makroökonomische Nutzen zeigt sich erst, wenn aus technischer Spielerei profitable Geschäftsmodelle entstehen.

Quelle: The AI transformation

IN:

Fehler melden