Rogers dämpft Erwartungen an Zinspolitik bei Wohnkosten
Die stellvertretende Gouverneurin der Bank of Canada, Carolyn Rogers, hat vor falschen Erwartungen an die Geldpolitik bei den Wohnkosten gewarnt. Vor der Handelskammer in Victoria betonte sie am 1. Oktober 2026, dass der Leitzins keine strukturellen Angebotsengpässe beheben könne.
Ein stumpfes Schwert gegen teuren Wohnraum
In ihrer Rede vor der Greater Victoria Chamber of Commerce und der CFA Society Victoria stellte Rogers klar, dass die Notenbank steigende Immobilienpreise nicht direkt steuern kann.
Der Leitzins sei ein Instrument für die gesamte Wirtschaft und eigne sich nicht zur gezielten Regulierung einzelner Sektoren.
Im Rahmen der Überprüfung des geldpolitischen Rahmens habe die Bank of Canada auch die Messung der Wohnkosteninflation analysiert, sehe hierbei jedoch keinen Nutzen in einer Änderung.
Rogers betonte, dass die Zentralbank Bauauflagen oder Genehmigungsverfahren nicht beschleunigen könne.
Der wirksamste Beitrag der Notenbank bestehe darin, die allgemeine Inflation niedrig und stabil zu halten.
Schutz für Banken, keine Hilfe für Käufer
Frühere regulatorische Eingriffe wie der 2017 eingeführte Hypotheken-Stresstest schützten das Finanzsystem und die Kreditnehmer vor Zinsrisiken, verbesserten die Bezahlbarkeit jedoch kaum.
Während niedrige Pandemie-Zinsen die Nachfrage anfachten, hielt das Angebot wegen Bevölkerungswachstum und Infrastrukturbeschränkungen nicht Schritt.
Zudem fungieren Immobilien zunehmend als Anlageobjekt und Vermögensanker, was die Abhängigkeit der Wirtschaft von hohen Preisen verstärkt.
Realismus schlägt Allmachtsphantasien
Die Bank of Canada zieht die einzig ehrliche Grenze ihrer Möglichkeiten.
Wer von Zinssprüngen die Lösung einer verfehlten Wohnungsbaupolitik erwartet, überfordert das Mandat der Notenbank.
Ohne spürbare Reformen im Baurecht bleibt die Erschwinglichkeit von Wohnraum eine Illusion der Politik.
Quelle: The complexity of housing affordability
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