Zwei Drittel der Zolleffekte wirken über inländische Lieferketten
BOC Studie

Zwei Drittel der Zolleffekte wirken über inländische Lieferketten

Zwei Drittel der Preissteigerungen durch Vergeltungszölle entstehen indirekt über Vorleistungsketten. Ein Forschungspapier der Bank of Canada beziffert den Anstieg der kanadischen Konsumpreise durch die Gegenzölle von 2025 auf bis zu 1,56 Prozentpunkte.

Maschinen und Transportgüter treiben Teuerung

Zölle auf importierte Güter schlagen vor allem über Vorleistungsketten auf die Verbraucherpreise durch.

Die Ökonomen Christian Bustamante, Xing Guo, Lu Han, Soyoung Lee, Gaelan MacKenzie, Mariel Yacolca Maguiña und Jacob Short analysieren anhand von kanadischen Zolldaten und Input-Output-Tabellen die Weitergabe von Zöllen auf US-Importe.

Den stärksten Effekt auf Endpreise verursachen Zölle auf Maschinen und Transportausrüstung: Ein Zollsatz von 25 Prozent auf diese Warengruppen steigert die Konsumpreise um jeweils 1,2 Prozentpunkte.

Maschinen machen durchschnittlich 24 Prozent und Transportgüter 14 Prozent der US-Vorleistungsimporte kanadischer Branchen aus.

Im Schnitt entfallen zwei Drittel der gesamten Preisreaktion auf indirekte Effekte entlang der inländischen Lieferkette.

Gezielte Zölle dämpfen den Preisschock

Kanadas Vergeltungszölle von 2025 zeigen die Wucht der Tarifgestaltung.

Die erste Phase mit Zöllen von 25 Prozent auf US-Waren im Wert von 96 Mrd. kanadischen Dollar trieb das Preisniveau um 1,56 Prozentpunkte.

Die Reduktion ab September 2025 halbierte den Effekt auf 0,72 Punkte.

Optimierte Pakete mit gleichem Importvolumen hätten den Preisschub auf 0,46 und 0,10 Punkte gesenkt.

Ein CUSMA-Bruch mit Rückfall auf Meistbegünstigungszölle für 334 Mrd. Dollar an US-Importen würde die Konsumpreise um 0,64 Punkte erhöhen.

Blindflug in der Handelspolitik

Pauschale Gegenzölle entpuppen sich als ökonomisches Eigentor für die heimische Industrie.

Wer Vorleistungsketten ignoriert, bürdet den eigenen Konsumenten vermeidbare Preisschübe auf.

Eine strategisch optimierte Zollauswahl erzielt denselben handelspolitischen Druck bei einem Bruchteil der Teuerung.

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