Ausschüttungsanreize erzeugen systematische Unterinvestition
Eine neue Studie der Bank of Canada untersucht die Folgen von an Ausschüttungen gekoppelter Managervergütung. Die Autoren zeigen, dass mangelnde vertragliche Verpflichtungen bei Aktienemissionen zu einem systematischen Unterinvestitionsrisiko führen.
Wenn Boni den Horizont verkürzen
Die empirische Corporate Governance betont die Bedeutung von Ausschüttungsanreizen für Manager, um den Shareholder Value zu maximieren.
José-Víctor Ríos Rull, Josef Schroth, Tamon Takamura und Yaz Terajima belegen jedoch in einer theoretischen Studie der Bank of Canada, dass diese Ausrichtung dynamisch scheitert.
Wenn Manager zukünftige Aktienemissionen nicht vertraglich ausschließen können, führt eine an Gesamtausschüttungen gekoppelte Vergütung zu unbeabsichtigtem Kurzfristdenken.
Obwohl Manager und Aktionäre dieselben Diskontfaktoren teilen, bevorzugen Manager kurzfristige Dividendenzahlungen durch nachträgliche Kapitalerhöhungen.
Dies verwässert bestehende Anteile und hebt die wahrnehmbaren Kapitalkosten künstlich an.
Der Hebel der Aktienemissionen
Die Autoren zeigen, dass dieser Ineffizienz-Mechanismus rein aus der Interaktion von Ausschüttungssensitivität, beschränkter Verpflichtung und Zugang zu Eigenkapitalmärkten entsteht.
Paradoxerweise verschärft sich das Problem bei gut funktionierenden Kapitalmärkten, da effiziente Emissionen das Front-Loaden von Dividenden erleichtern.
Als Lösung schlagen die Forscher vor, die Vergütung an Dividenden je Aktie statt an Gesamtausschüttungen zu koppeln.
Dies neutralisiert den Verwässerungseffekt.
Ein Konstruktfehler mit Nebenwirkungen
Die Analyse entlarvt gängige Bonussysteme als Treiber von Firmenwertvernichtung.
Wer Manager für absolute Ausschüttungen belohnt, provoziert heimlich Unterinvestitionen.
Nur die Indexierung auf den Gewinn je Aktie heilt diesen Konstruktionsfehler.