Benjamin warnt vor Hebelrisiken am Gilt-Repo-Markt
Die Bank of England plant für Anfang 2027 konkrete Regulierungsvorschläge für den Markt für Gilt-Repos. Direktor Nathanaël Benjamin betonte auf dem ISDA-Forum in London die Notwendigkeit einer systemweiten Aufsicht über Nichtbanken und gehebelte Positionen von Hedgefonds.
Basis-Trades und verdeckter Liquiditätsbedarf
Hedgefonds haben sich in den vergangenen vier Jahren von Netto-Kreditgebern zu Netto-Kreditnehmern am Repo-Markt gewandelt.
BoE-Direktor Nathanaël Benjamin verwies auf den starken Zuwachs von Basis-Trades in den vergangenen 18 Monaten, bei denen Kassa- und Terminkontrakte kombiniert werden.
Bei Stresstests nahmen viele Hedgefonds an, dass Banken ihre Repo-Finanzierung im Stressfall aufrechterhalten würden.
Stattdessen drohen Notverkäufe, wenn Händlerbanken Bilanzen verknappen.
Benjamin betonte: „Gut gesteuerter und verstandener Hebel ist willkommen. Außer Kontrolle geratener Hebel ist unwillkommen.“
Die Notenbank will diese Dynamiken eindämmen.
Zentrales Clearing und riskante Null-Haircuts
Als Gegenmittel prüft die Bank of England eine Ausweitung des zentralen Clearings sowie strengere Vorgaben für Sicherheitsabschläge.
Nach BoE-Berechnungen hätte ein breiteres Clearing die Repo-Engagements auf den Bankbilanzen während des Marktstress im März 2020 um 40 bis 60 Prozent reduzieren können.
Zudem warnte Benjamin vor Null-Haircuts, die Banken oft nur aus Konkurrenzdruck gewähren.
Ein umfassendes Regulierungspaket kündigte die Notenbank für Anfang 2027 an.
Transparenz allein verhindert keinen Crash
Die Notenbank benennt die Risiken durch Basis-Trades und Margenrabatte erfreulich präzise.
Doch bloße Datentransparenz genügt nicht, solange Banken aus Konkurrenzdruck fahrlässige Null-Haircuts vergeben.
Erst verbindliche Clearing-Pflichten werden die gefährliche Hebelspirale im Krisenfall wirksam stoppen.