Optimale Notenbank-Bilanz liegt bei 15 Prozent der Bankaktiven
15 Prozent der Bankaktiven reichen für eine optimale Notenbank-Bilanz aus. William Pagel zeigt in einer Modellierung für die Bank of England, dass übermäßige Zentralbankreserven die private Kapitalallokation verzerren und die Wirtschaftsleistung dämpfen.
Das Ende der unbegrenzten Liquidität
Pagel modelliert den Zielkonflikt zwischen Finanzstabilität und Fehlallokation: Zentralbankreserven mindern das Risiko systemischer Bank-Runs, indem sie Banken liquide Mittel garantieren.
Gleichzeitig führt der Ankauf von Vermögenswerten zu Verzerrungen, da Notenbanken meist nur eng begrenzte Anlageklassen erwerben.
Im kalibrierten US-Modell liegt das Wohlfahrtsoptimum bei 15 Prozent der Bankaktiven.
Eine darüber hinausgehende Ausdehnung verringert die Wohlfahrt: „Robustheit rechtfertigt keine unbegrenzte Bereitstellung üppiger Reserven“, so Pagel.
Eine robuste Geldpolitik verlangt maximal 2,4 Prozentpunkte Puffer über der Sättigung.
Breitere Portfolios senken die Kosten
Die Kosten der Reservebereitstellung hängen maßgeblich von der Zusammensetzung der Notenbankaktiva ab.
Konzentriert die Zentralbank ihre Käufe auf ein enges Anlagesegment, verdrängt sie privates Kapital in renditestärkere Sektoren und treibt die Grenzerträge auseinander.
Eine Öffnung der Notenbank-Bilanzen für breitere Sicherheitenklassen reduziert diese Spreizung.
Zudem zeigt die Analyse eine Asymmetrie: Eine Unterversorgung mit Reserven kostet im Schnitt 1,6-mal mehr Wohlfahrt als eine Überversorgung, was vorsichtige Sicherheitszuschläge begründet.
Präzisionsarbeit statt Flutwelle
Das Papier liefert eine überfällige theoretische Bremse für die ausufernde Bilanzexpansion der Notenbanken.
Die quantitative Begrenzung des Puffers auf 2,4 Prozentpunkte entzieht Rufen nach dauerhaft gigantischen Bilanzen das Fundament.
Zentralbanken müssen lernen, dass Liquiditätsschutz kein Freibrief für Marktverzerrungen ist.