Inflationserwartungen für ein Jahr fallen auf 3,2 Prozent
Die Inflationserwartungen der britischen Bevölkerung für die kommenden zwölf Monate sind im August 2026 auf 3,2 Prozent gesunken nach 4,0 Prozent im Mai. Zugleich stieg die Nettozufriedenheit mit der Zinspolitik der Bank of England von minus 2 auf plus 5 Prozent.
Rückgang über alle Zeithorizonte
In der jüngsten vierteljährlichen Umfrage zur Inflationswahrnehmung schätzen die britischen Haushalte die aktuelle Teuerung auf 4,9 Prozent nach zuvor 5,0 Prozent im Mai.
Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Befragten im Median mit einer Inflationsrate von 3,2 Prozent, verglichen mit 4,0 Prozent im Mai.
Auch die längerfristigen Erwartungen gaben nach: Auf Zweijahressicht fiel der Wert von 3,5 auf 2,9 Prozent, auf Fünfjahressicht von 3,9 auf 3,2 Prozent.
Bei den Zinsen rechnen 51 Prozent mit weiteren Anstiegen im nächsten Jahr, während 27 Prozent ein gleichbleibendes Niveau erwarten.
Zudem befürworten 32 Prozent der Befragten sinkende Zinsen für die Gesamtwirtschaft, während 19 Prozent für Erhöhungen plädieren.
Neuer Anbieter dämpft die Kennzahlen
Die Daten sind mit methodischer Vorsicht zu interpretieren: Ab August 2026 führt Savanta die Erhebung anstelle von Ipsos durch.
Ein paralleler Testlauf im Mai ergab, dass Savanta systematisch niedrigere Erwartungswerte misst.
Die Einjahreserwartung lag damals bei Savanta bei 3,6 Prozent gegenüber 4,0 Prozent bei Ipsos.
Der jüngste Rückgang ist somit teilweise ein methodischer Effekt des Anbieterwechsels.
Für die August-Umfrage befragte Savanta zwischen dem 31. Juli und 7. August 2026 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren.
Verzerrtes Signal statt Entwarnung
Der Rückgang der Erwartungen ist primär ein statistischer Messeffekt und kein echtes Entwarnungssignal.
Immerhin verschafft die wieder positive Zufriedenheitsbilanz der Notenbank etwas politischen Rückhalt.
Für anstehende Zinsentscheide liefert die Umfrage wegen des Methodenwechsels jedoch wenig Orientierung.