Leitzins verharrt bei 3,75 Prozent nach 6-zu-3-Entscheid
Die Bank of England belässt den Leitzins bei 3,75 Prozent, wobei drei Ratsmitglieder für eine Anhebung auf 4,0 Prozent stimmten. Zudem beschloss der Ausschuss einstimmig den vollständigen Abbau der Anleihebestände von 368 Milliarden Pfund bis 2034.
Drei Ratsmitglieder fordern Zinserhöhung
Im geldpolitischen Ausschuss stimmte eine Mehrheit von 6 zu 3 für die Beibehaltung des Leitzinses bei 3,75 Prozent.
Andrew Bailey, Sarah Breeden, Swati Dhingra, Clare Lombardelli, Dave Ramsden und Alan Taylor votierten für ein Halten des Satzes, während Megan Greene, Catherine L. Mann und Huw Pill für eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 4,0 Prozent stimmten.
Der Inflationsdruck im Vereinigten Königreich hatte sich zuletzt wieder verstärkt: Die Teuerungsrate stieg im August auf 3,1 Prozent und könnte Anfang 2027 mechanisch über 4,0 Prozent erreichen.
Grund hierfür ist die Verteuerung von Rohöl auf 106 Dollar je Barrel sowie von Erdgas um 78 Prozent seit Juli.
Die Minderheit warnte vor Zweitrundeneffekten und forderte eine proaktive Straffung.
Mehrjahresplan tilgt QE-Bestände bis 2034
Neben dem Zinsentscheid beschloss das Gremium einstimmig den vollständigen Ausstieg aus den Wertpapierbeständen der quantitativen Lockerung.
Von den aktuell verbliebenen 488 Milliarden Pfund im Portfolio werden 120 Milliarden Pfund an langlaufenden Gilts dauerhaft zur Deckung des Banknotenumlaufs einbehalten.
Die verbleibenden 368 Milliarden Pfund sollen bis Ende 2034 durch auslaufende Anleihen im Umfang von 222 Milliarden Pfund sowie aktive Verkäufe von 20 Milliarden Pfund pro Jahr auf null reduziert werden.
Trügerische Atempause vor neuen Zinsdebatten
Das 6-zu-3-Votum verdeutlicht die wachsende Spaltung im geldpolitischen Ausschuss.
Während die Mehrheit noch auf die dämpfende Wirkung der Konjunkturflaute setzt, droht der Energiepreisschub bald neue Zinsschritte zu erzwingen.
Der QT-Fahrplan bis 2034 beseitigt derweil immerhin strukturelle Marktunsicherheiten am Anleihemarkt.