Golddepots und Sterling-Konten stützen Notenbanken weltweit
Die Bank of England verwahrt im Schnitt rund 400.000 Goldbarren für andere Währungshüter und wickelt deren Sterling-Zahlungen ab. Der operative Service soll die globale Finanzstabilität stärken und die Währungsreserven ausländischer Notenbanken absichern.
Vom Londoner Tresor bis zum CHAPS-System
Im Zentrum des Angebots steht die Goldverwahrung: Mit durchschnittlich rund 400.000 Barren lagern etwa 60 Prozent des in Londoner Tresoren befindlichen Goldes bei der Bank of England.
Die Barren werden auf getrennter Basis verwahrt, sodass Kunden das rechtliche Eigentum behalten.
Eigentumsübertragungen erfolgen via Buchungssystem ohne physische Bewegung der Barren.
Zudem führt jede Partnerzentralbank ein Sterling-Konto für Abwicklungen über das Zahlungssystem CHAPS via SWIFT.
Während ein Viertel der Notenbankkunden ausschließlich dieses Basiskonto nutzt, greifen drei Viertel auf Zusatzangebote wie Festgeldeinlagen mit Laufzeiten von einer Woche bis zu einem Jahr zurück.
Wertpapierabwicklung ohne System-Mitgliedschaft
Über ihre Mitgliedschaften bei CREST und Euroclear übernimmt die Notenbank die Verwahrung britischer Gilts sowie internationaler Anleihen für Kunden, ohne dass diese selbst Mitglied der Systeme sein müssen.
Neben Zentralbanken zählen auch die britische Regierung – etwa bei der Verwaltung des Exchange Equalisation Account – sowie zentrale Gegenparteien (CCPs) zum Kundenkreis.
Vor jeder Transaktion prüfen strenge Kontrollen die Einhaltung von Sanktionen und Geldwäscheregeln.
Hinterzimmer-Infrastruktur mit Systemwert
Der Einblick verdeutlicht, wie diese diskrete Infrastruktur das globale Notenbanknetzwerk zusammenhält.
Ohne Gewinnstreben zementiert die Bank of England damit Londons Status als zentrales Reserve-Drehkreuz.
In fragmentierten Märkten bleibt dieses operative Fundament strategisch unverzichtbar.
Quelle: Banking services for central bank customers
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