Gouverneur erklärt Abweichung vom Inflationsziel in offenem Brief
Wegen einer Abweichung der britischen Inflation um mehr als einen Prozentpunkt vom Ziel hat der Notenbank-Gouverneur einen offenen Brief an den Schatzkanzler gesendet. Zeitgleich beließ der geldpolitische Ausschuss den Leitzins bei 3,75 Prozent.
Rechenschaftspflicht bei Zielverfehlung
Das Regelwerk verpflichtet den Gouverneur der Bank of England (BoE) zu einem offenen Brief an den Schatzkanzler, sobald die Verbraucherpreisinflation um mehr als einen Prozentpunkt nach oben oder unten vom offiziellen Ziel abweicht.
Im veröffentlichten Schreiben vom 17. September 2026 legt die Notenbank dar, welche Faktoren für diese Entwicklung verantwortlich sind und welche geldpolitischen Schritte eingeleitet werden, um die Teuerung wieder auf den Zielwert auszurichten.
Gleichzeitig bestätigte der geldpolitische Ausschuss der Notenbank den Leitzins bei 3,75 Prozent.
Neben dem Inflationsbrief tauschten sich Gouverneur und Schatzkanzler auch über die Reduzierung der Bilanz im Rahmen der Asset Purchase Facility aus.
Transparenzpflicht und Bilanzabbau
Der offene Briefwechsel ist das zentrale Transparenzinstrument im britischen geldpolitischen Rahmen.
Weicht die Inflation vom Zwei-Prozent-Ziel um mehr als einen Prozentpunkt ab, muss die Zentralbank öffentlich Rechenschaft über ihre Strategie ablegen.
Die zeitgleiche Veröffentlichung von Beschlüssen zu Staatsanleiheverkäufen und der Zinsentscheidung verdeutlicht die enge Verzahnung von geldpolitischer Steuerung und fiskalischem Rahmen, während die operative Unabhängigkeit der Notenbank gewahrt bleibt.
Formal streng, praktisch berechenbar
Das Verfahren zwingt die Zentralbank zur transparenten Offenlegung ihrer Strategie bei Zielverfehlungen.
Inhaltlich liefert der institutionalisierte Briefwechsel kaum neue Erkenntnisse, belegt aber die Disziplin des Mandats.
Für Analysten liegt die eigentliche Relevanz im bestätigten Leitzins von 3,75 Prozent.