24/7-Abwicklung bei RTGS und CHAPS im Fokus des FXJSC
Das London Foreign Exchange Joint Standing Committee hat am 24. Juni 2026 über die Ausweitung von RTGS und CHAPS auf einen 24/7-Betrieb beraten. Schwerpunkte waren Markttrends, Abwicklungsrisiken und Governance-Fragen bei künstlicher Intelligenz.
Devisenmarkt vor dem 24/7-Umbau
Die Bank of England treibt Pläne für eine nahezu durchgehende Abwicklung über die Zahlungssysteme RTGS und CHAPS voran.
Im Zentrum der Ausschussberatungen unter Vorsitz von Andrea Rosen standen die operativen und strukturellen Folgen eines 24/7-Betriebs für Devisenmärkte.
Die Mitglieder verwiesen auf erhebliche Herausforderungen für Treasury- und Refinanzierungsmodelle sowie auf hohe IT-Investitionen.
Ein Nonstop-Betrieb erfordere zudem robuste Abwicklungsmechanismen im Krisenfall.
Flankierend berichtete das Global Foreign Exchange Committee (GFXC) über Vorbereitungen zur Überarbeitung des FX Global Code für 2027 sowie über die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für Technologie und Innovation.
Makrotrends und technologische Vorstöße
Präsentationen von Erik Norland (CME Group) und Michael Metcalfe (State Street) beleuchteten veränderte Anlagekorrelationen, Absicherungsstrategien und die Rolle von Währungsreserven.
Der Ausschuss diskutierte zudem geopolitische Risiken im Nahen Osten, hohe Aktienbewertungen und den wachsenden Einfluss von KI auf Devisenmärkte.
Parallel treiben die Unterausschüsse Initiativen zu atomarer Abwicklung, grenzüberschreitenden Zahlungen und Tokenisierung voran, während eine gemeinsame Taskforce von FCA und Zentralbank an der Harmonisierung von Transaktionsmeldungen arbeitet.
Ambition trifft Praxishürden
Ein 24/7-Zahlungsverkehr klingt zeitgemäß, bürdet Instituten jedoch enorme Kosten für IT und Liquiditätssteuerung auf.
Ohne belastbare Notfall- und Resolution-Konzepte drohen neue Risiken für die Finanzstabilität.
Der Vorstoß ist ambitioniert, verlangt der Branche operativ aber schlicht zu viel auf einmal ab.