Leitzins nach 6:3-Votum bei 3,75 Prozent belassen
BOE Press

Leitzins nach 6:3-Votum bei 3,75 Prozent belassen

Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England hat den Leitzins mit 6:3 Stimmen bei 3,75 Prozent belassen. Drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung um 25 Basispunkte, um den Inflationsrisiken durch gestiegene globale Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts entgegenzuwirken.

Drei Abweichler fordern Straffung

Der geldpolitische Ausschuss entschied sich mehrheitlich gegen eine Zinsanhebung.

Während sechs Mitglieder für das Beibehalten des Leitzinses bei 3,75 Prozent votierten, forderten drei Vertreter eine Anhebung auf 4,0 Prozent.

Zwar sank die britische Verbraucherpreisinflation im Juni auf 2,6 Prozent, doch der Ausschuss rechnet im vierten Quartal 2026 mit einem Anstieg auf 3,2 Prozent.

Grund dafür sind anhaltend volatile Rohöl- und Gaspreise infolge der Eskalation im Nahen Osten.

Während sich das verlangsamte Lohnwachstum von 2,9 Prozent dämpfend auswirkt, erhöhen höhere Treibstoff- und Energiekosten den kurzfristigen Preisdruck.

Bisher gibt es zwar kaum Anzeichen für Zweitrundeneffekte bei der Preisbildung, das Risiko erneuter Inflationsimpulse bleibt jedoch hoch.

Entlastung durch einen kühlen Arbeitsmarkt

Im Gegensatz zum Energieschock des Jahres 2022 verzeichnet die Bank of England derzeit keinen übermäßigen Geldmengenüberhang.

Das Verhältnis von Geldmenge zum nominalen Bruttoinlandsprodukt entspricht im Wesentlichen dem geschätzten Gleichgewicht.

Gleichzeitig sorgt die bestehende Unterauslastung am Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent dafür, dass die Verhandlungsmacht bei den Löhnen geschwächt bleibt.

Zudem schreitet der Abbau des Staatsanleihenportfolios voran: Bis September 2026 soll der Bestand im Rahmen des Quantitative Tightening auf 488 Milliarden Pfund sinken.

Vorsicht schlägt Aktionismus

Die Zinspause ist pragmatisch, birgt jedoch klare Risiken für die Glaubwürdigkeit.

Bleiben die Energiepreise hoch, droht die Notenbank erneut hinter die Kurve zu geraten.

Das Vertrauen auf die Abkühlung des Arbeitsmarktes erscheint mutig, da geopolitische Schocks sich selten an volkswirtschaftliche Lehrbücher halten.

Quelle: Monetary Policy Report - July 2026

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