Neue Solvency-UK-Regeln vereinfachen Berichtspflichten
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Neue Solvency-UK-Regeln vereinfachen Berichtspflichten

Die britische Aufsichtsbehörde PRA hat ihre finalen Anpassungen an den Solvency-UK-Berichts- und Offenlegungspflichten veröffentlicht. Die Neuregelungen treten zum 31. Dezember 2026 in Kraft und betreffen auch die Genehmigungspflichten für Eigenmittel.

Einheitliche Taxonomie und weniger Bürokratie

Mit der Veröffentlichung von PS18/26 führt die Prudential Regulation Authority (PRA) die konsultierten Änderungen aus CP22/25 und CP4/26 zusammen.

Versicherer müssen künftig das Matching Adjustment Asset and Liability Information Return (MALIR) im XBRL-Format statt in Excel einreichen.

Gleichzeitig senkt die Behörde die Anforderungen für Drittstaaten-Zweigstellen: Statt der ursprünglich geplanten Drei-Jahres-Prognose für Verbindlichkeiten des Entschädigungssystems FSCS wird nur noch eine Ein-Jahres-Vorschau verlangt.

Zudem entfällt die gesonderte Genehmigungspflicht für die Anrechnung von eigenkapitalbilanzierten nachrangigen Verbindlichkeiten zu den Eigenmitteln.

Alle Anpassungen werden über ein einziges Taxonomie-Update zum Stichtag 31. Dezember 2026 umgesetzt.

Kompromisse bei NACE-Codes und Fristen

Die PRA reagiert mit dem Regelwerk auf Rückmeldungen von Marktteilnehmern zu den Konsultationen.

Branchenvertreter hatten vor allem die Umstellungskosten und den Aufwand durch abweichende Zeitpläne gegenüber der Europäischen Union beim Umstieg auf den NACE-2.1-Standard kritisiert.

Um den Übergang zu erleichtern, gestattet die PRA Unternehmen nun die freiwillige Nutzung von NACE 2.1 bereits ab dem 31. Dezember 2026 – ein Quartal vor dem verbindlichen Termin am 1. Januar 2027.

Bedenken hinsichtlich unnötiger bürokratischer Belastungen führten zudem zum Verzicht auf eine neue Vorlagenvariante.

Praktischer Pragmatismus statt großer Reform

Die PRA beweist mit den Erleichterungen pragmatisches Augenmaß für die Versicherungsbranche.

Dennoch verursacht die parallele NACE-Struktur kurzfristig spürbare IT-Kosten für internationale Institute.

Die Bündelung aller Korrekturen in einem Taxonomie-Update verhindert immerhin ein dauerhaftes Regulierungschaos.