Passgenaue Gründerteams steigern Wirtschaftsleistung um 4 Prozent
BOE Studie

Passgenaue Gründerteams steigern Wirt­schafts­leis­tung um 4 Prozent

Eine Studie der Bank of England von Oktober 2026 belegt, dass Gründerteams mit ähnlichem Talent, aber unterschiedlichen Spezialisierungen produktiver sind. Hemmnisse bei der Partnersuche verhindern solche Kombinationen und kosten spürbar Wirtschaftsleistung.

Komplementäre Stärken schlagen Solisten

Die Ökonomen Edoardo Acabbi, Andrea Alati, Luca Mazzone und Marta Morazzoni analysieren portugiesische Registerdaten von 1991 bis 2018.

Obwohl von Teams gegründete Firmen nur 28,7 Prozent aller Privatunternehmen ausmachen, stehen sie für 39,1 Prozent der Beschäftigung und 39,8 Prozent des Umsatzes.

In den obersten zehn Prozent der größten Firmen liegt ihr Anteil bei 43 Prozent.

Entscheidend für den Erfolg ist die Teamzusammensetzung: Partner mit ähnlichem allgemeinen Talent, aber unterschiedlichen Spezialisierungen – etwa analytisch, manuell oder zwischenmenschlich – führen größere, produktivere und langlebigere Betriebe.

Verlässt ein Mitgründer dauerhaft das Unternehmen, sinkt der Umsatz um 4,5 Prozent; bei stark komplementären Teams beträgt der Einbruch sogar 9,0 Prozent.

Die Hürde der Homophilie

In der Praxis finden komplementäre Partner selten zueinander.

Gründer neigen zu Homophilie: Wer ungleiche Profile aufweist, schließt sich seltener zusammen.

Ein kalibriertes Gleichgewichtsmodell beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Suchfriktionen.

Wird die Verzerrung bei Kontakten so weit verringert, dass Fachunterschiede die Teambildung nicht mehr hemmen, steigt die Wirtschaftsleistung um 4,0 Prozent und die Durchschnittslöhne klettern um 5,8 Prozent.

Bei einer volkswirtschaftlich optimalen Zuteilung läge der Ertrag sogar um 36,5 Prozent höher.

Falscher Fokus der Förderpolitik

Wirtschaftspolitik subventioniert meist die bloße Zahl neuer Unternehmen.

Das Papier entlarvt dies als teuren Fehlanreiz, da unpassende Solo-Gründungen kaum Produktivitätszuwächse bringen.

Sinnvolle Förderung muss komplementäre Gründer vernetzen, statt ungezielt Markteintritte mit Prämien zu füttern.

Quelle: Sorting into entrepreneurial teams

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