Strengere Kreditgrenzen senken Hauspreise und erhöhen Mieten
Begrenzter Hypothekenzugang verteuert das Mieten, zeigt eine Studie der Bank of England (BoE) am Beispiel Irlands. Im Modell zur Kreditreform von 2015 steigen die Mieten langfristig um 2,6 Prozent, während die Wohneigentumsquote sinkt.
Weniger Käufer, mehr Mietdruck
Juan Castellanos, Andrew Hannon und Gonzalo Paz-Pardo modellieren Irlands Reform vom Februar 2015 mit unterschiedlichen Mietern, Eigentümern und Vermietern.
Die modellierten Grenzen betragen 80 Prozent Beleihung für selbstgenutzte Immobilien, 70 Prozent für Mietobjekte und das 3,5-Fache des Jahreseinkommens für Erstkäufer.
Hauspreise fallen zunächst um 0,9 Prozent und erholen sich langfristig.
Mieten erreichen nach sieben Jahren einen Höchststand von 4,5 Prozent über dem Ausgangsniveau; dauerhaft bleiben sie 2,6 Prozent höher.
Die Wohneigentumsquote fällt von 77,97 auf 74,79 Prozent.
Junge Haushalte sowie niedrige und mittlere Einkommen verlieren, Vermieter profitieren.
Der modellierte Wohlfahrtsverlust neu eintretender Haushalte entspricht 1,5 Prozent ihres lebenslangen Konsums.
Höhere Zinsen treffen beide Märkte
Verhinderte Käufer bleiben länger Mieter; zusätzliche Vermieter verlangen höhere Erträge für illiquide Immobilieninvestitionen.
Regionaldaten vom dritten Quartal 2014 bis Ende 2016 stützen diesen Mechanismus.
Ein dauerhafter Realzinsanstieg um 20 Basispunkte erhöht im Modell langfristig die Mieten um 1,4 Prozent und senkt Hauspreise um 0,6 Prozent.
Ein vorübergehender Anstieg um 100 Basispunkte, der nach vier Jahren ausläuft, erhöht Mieten zunächst um 10 Prozent und senkt Hauspreise um 0,5 Prozent.
Engere Kreditgrenzen dämpfen Hauspreisschwankungen.
Kosten sind keine Gesamtbilanz
Die Autoren zeigen Verteilungskosten engerer Kreditgrenzen, keine vollständige Wohlfahrtsbilanz.
Ihr Modell erfasst den zyklischen Aufbau von Finanzsektorrisiken und damit den Stabilitätsnutzen der Grenzen nicht.
Aus den Ergebnissen lassen sich deshalb keine optimalen Kreditgrenzen ableiten.