Wettbewerb im Private Credit treibt Lockerung von Kreditklauseln
Kapitalzuflüsse verschärfen den Wettbewerb im globalen Private-Credit-Markt und führen zu einer Aufweichung von Kreditbedingungen. Eine Analyse der Bank of Japan beleuchtet Risiken durch schwindende Covenants, sogenannte Bad-PIK-Kredite und die Expansion in Asset-Based Finance.
Trockenes Pulver drückt die Spreads
Im Markt für Private Credit hat das verfügbare, aber noch nicht investierte Kapital (Dry Powder) ein Rekordniveau erreicht.
Dieser Anlageüberhang verstärkt den Verdrängungswettbewerb unter Fondsmanagern messbar: Kreditspreads verengen sich, während traditionelle Schutzklauseln (Covenants) in Verträgen zunehmend gestrichen oder aufgeweicht werden.
Zwar verharren die offiziellen Ausfallraten der Portfoliofirmen auf moderatem Niveau, doch maskiert der Anstieg von nachträglich vereinbarten Stundungsvereinbarungen – sogenannten Ex-post-PIK-Krediten – bestehende Liquiditätsengpässe bei Schuldnern.
Insbesondere die wachsende Kreditvergabe an Software- und KI-Infrastrukturunternehmen birgt erhebliche Klumpenrisiken bei möglichen Marktkorrekturen.
Vom Firmenkredit zum Massengeschäft
Neben Unternehmenskrediten erschließen Fonds neue Ertragsquellen: Der Markt für Asset-Based Finance (ABF) umfasst ein Potenzial von 5 bis 6 Billionen US-Dollar an Forderungspools wie Autokrediten oder Leasingverträgen.
Parallel öffnen sich Anbieter über semi-liquide Vehikel wie nicht-börsennotierte BDCs für Privatanleger, die in Nordamerika bereits 20 Prozent des Direct-Lending-Markts ausmachen.
Für Japans Banken und Versicherer wächst dadurch das Ansteckungsrisiko aus alternativen Anlagen.
Gefährliche Illusion trügerischer Ruhe
Niedrige offizielle Ausfallraten täuschen über den schleichenden Verfall der Vergabestandards hinweg.
Die Zunahme von PIK-Stundungen und Covenant-Verzichten verschiebt Problemkredite lediglich in die Zukunft.
Für Aufsichtsbehörden und investierte Banken wird diese Intransparenz beim nächsten Abschwung zum ernsten Stresstest.