CBDC-Pilotversuch meistert 50.000 Transaktionen pro Sekunde
BOJ Studie

CBDC-Pilotversuch meistert 50.000 Transaktionen pro Sekunde

Der CBDC-Pilotversuch in Japan hat im kombinierten Belastungstest 50.000 Transaktionen pro Sekunde bewältigt. Die Bank of Japan sieht keine technischen K.o.-Kriterien für einen digitalen Yen, identifiziert jedoch erhebliche Hürden bei Systemressourcen und Kontenkonsistenz.

Skalierung durch geteilte Datensätze

Im Belastungstest verarbeitete das experimentelle System 50.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS), aufgeteilt in 10.000 Kontenaktualisierungen und 40.000 Saldenabfragen.

Bei punktuellen Lastspitzen auf Einzelkonten steigerte eine gezielte Aufspaltung der Kontodatensätze den Durchsatz von 50 bis 100 TPS auf 6.000 TPS pro Konto.

Rechnerisch sind bei 600 Splits bis zu 18.500 TPS erreichbar.

Für eine landesweite Einführung visiert die Notenbank eine Kapazität von insgesamt 500.000 TPS an.

Zwar traten bei Lastspitzen spürbare Latenzen auf, unlösbare technische Ausschlusskriterien stellten die Prüfer jedoch nicht fest.

Allerdings erfordert der hohe Ressourcenverbrauch bei Servern und Netzwerken eine deutlich schlankere Prozessarchitektur für den Produktivbetrieb.

Forum bündelt Kräfte in drei Gruppen

Seit Juli 2023 erprobte das CBDC-Forum in 84 Arbeitssitzungen mit 64 Partnern konkrete Anwendungsfälle, von programmierbaren Zahlungen bis zu Schnittstellen für Kernbankensysteme.

Nun reorganisiert die Zentralbank die bisherigen sieben Arbeitsgruppen in drei strategische Diskussionsforen für Systemarchitektur, Zukunftstechnologien und das Marktökosystem.

Neben Ausfallsicherheit und Offline-Fähigkeiten steht die Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie im Fokus, um künftige Sicherheitsstandards zu wahren.

Technisch machbar, politisch vertagt

Die Testergebnisse belegen zwar die technische Skalierbarkeit des digitalen Yen, offenbaren aber massive Latenz- und Ressourcenprobleme unter realen Spitzenlasten.

Solange die Notenbank die heikle Frage nach dem gesellschaftlichen Mehrwert und der Konkurrenz zum privaten Giralgeld umschifft, bleibt das Milliardenprojekt eine rein akademische Fingerübung.

Ohne klare politische Weichenstellung droht der Prototyp in der Endlosschleife technischer Detailfragen zu versanden.

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